Gattung Alpinia Brundin

ColeopteraStaphylinidaeAleocharinaeAthetinaAtheta_s_l
Von Arved Lompe (n. G. Benick & G.A. Lohse)
Scheerpeltz, O. (1956): Die westpaläarktischen Arten der G. Alpinia Brundin e.t.c. Ent. Arb. Museum Frey 7:493 ff.
Zerche, L. (1995): Eine neue Art der Gattung Alpinia Brundin, 1948, aus Mitteleuropa - Alpinia lohseiana sp. n. (Coleoptera, Staphylinidae, Aleocharinae). - Entomologische Blätter, Krefeld 91(1-2):105-112. >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Zerche1995 Alpinia lohseiana.pdf"
Matte oder fettglänzende Hochgebirgsarten von 1,8- 2,8 mm. Schwarz, Beine braun oder bis auf Knie und Tarsen schwärzlich. Die sehr kleinen Augen sind stets viel kürzer als die nur ganz hinten gerandeten Schläfen. Kopf fast so breit wie der ± quere Halsschild. Flügeldecken viel kürzer als der Halsschild, ohne Schulterbildung und nach hinten erweitert, Halsschildbehaarung in der Mittellinie nach hinten gerichtet (Typ II). Hinterleib von der Basis nach hinten erweitert oder parallelseitig, das 4. vollständige Tergit an der Basis meistens mit einem ebenso deutlichen Quereindruck wie die 3 vorhergehenden Tergite, doch kommen Exemplare vor (meistens ♀), bei denen dieser Eindruck schwach ist oder fehlen kann; er besitzt also keinen taxonomischen Wert für die Arttrennung. Der entscheidende Unterschied zu Atheta liegt außer im Bau der Mundteile (kurze, breite Ligula, Außenlade der 1. Maxille überragt nicht die Innenlade, Kiefertaster kürzer und dicker) vor allem in der Bildung der Hinterbrust, die bei Alpinia extrem kurz ist: Die Hinterbrust ist vom Hinterrand der Mittelhüften bis zum Hinterrand erheblich kürzer als die etwas verlängerten Hinterhüften; bei Atheta ist die Hinterbrust ganz erheblich länger als jene. So müssen nach genauer Nachprüfung einige der als Alpinia beschriebenen Arten zu Atheta zurückversetzt werden (vgl. Microdota und Oreostiba), da sie nach diesen Merkmalen nicht hierher gehören. (Hinterbrust 179 Seite 77)
Die Arten leben in alpinen Lagen im Wurzelwerk des Rasens und im feinen feuchten Schotter an Schneeflecken. Für diese Tabelle wurden miteinander vergleichbare Längenangaben gewählt, die nach gleichartig präparierten Tieren gemessen wurden, und daher z. T. von den Angaben früherer Autoren abweichen.
In der Tabelle fehlen die Arten
Italien. ...italica Bernhauer, 1928c
Georgien ...kasbekiana Scheerpeltz, 1956
Italien. ...rosai Pace, 1978
Bulgarien. ...uhligi Pace, 1987
Korsika. ...varendorffi Sainte-Claire Deville, 1907
Griechenland. ...meschniggi Bernhauer, 1928
Italien. ...montiscanini Scheerpeltz, 1956
Slowenien. ...montiumiuliae Scheerpeltz, 1956
#1
→ 2Halsschild ± gerundet quadratisch. Größte Breite in oder wenig vor der Halsschildmitte, Seiten schwach gerundet und zur Basis nicht oder wenig stärker verengt, so daß die Basis nicht oder wenig schmäler als der Vorderrand ist [Abb. 1]. Hinterleib parallel oder nach hinten ± gerade erweitert. Oberseite meistens nur mattglänzend. (Der Glanz der Oberseite scheint beim Altern zuzunehmen, so daß er kein verläßliches Merkmal ist). Hinterrand des 6. Tergites in beiden Geschlechtern in der Mitte fast gerade oder leicht eingebuchtet. Körpergröße meistens geringer. (Untergattung Alpinia s.str.).
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Abb. 1
→ 4-Halsschild etwa im vorderen Viertel am breitesten, nach hinten kräftig, ± geradlinig verengt, so daß die Halsschildbasis erheblich schmäler als der Vorderrand ist [Abb. 2]. Hinterleib von der Basis zur Mitte gerundet erweitert. Oberseite fettglänzend. Hinterrand des 6. Tergits breit verrundet. Arten von 2,5-2,8 mm. (Untergattung Petrammostiba Scheerp.).
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Abb. 2
#2
lohseina Zerche, 1995Größte Art der Gruppe: 2,1-3,2 mm. Fühler gestreckt, bis zur Mitte der Flügeldecken reichend, Glied 5-10 mäßig quer. Halsschild 1,2 x so breit wie lang. Elytren kaum breiter als das Pronotum. Naht erheblich kürzer als die größte Breite (0,45). Schultern flach gerundet. Seiten fast geradlinig und kaum merklich erweitert. Hinterrand zur Naht winklig eingezogen, in den Außenwinkeln nicht eingebuchtet. Tergite III bis V mit tiefem Basaleindruck. Tergit VI mit flachem Basaleindruck. Aedoeagus ziemlich robust und mit breitem Ventralfortsatz [Abb. 3]. Apikallobus der Parameren groß und breit, mit charakteristischer Bedornung [Abb. 4]. Spermatheka mit schlankem, mehr oder weniger charakteristisch gewundenem Duktus [Abb. 5], nur selten davon etwas abweichend. Subalpin und alpin (1600-2100 m) in der Hohen und Niederen Tatra sowie in den östlichen Sudeten ((Babia Gora). Vermutlich alle früher als carpathica gemeldeten Tiere, die nicht aus den Ukrainischen Karpaten stammen, gehören wohl zu dieser Art.
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
→ 2a-Im Mittel kleinere Arten: 2-2,6 mm. Fühlerglieder 4-10 stärker quer. Arten mit begrenzter Verbreitung.
#2a
carpathica (Mill.)🗺ColeowebMerklich größere Art von 2,3-2,6 mm. Fühler schlanker, zurückgelegt gedacht bis zur Flügeldeckenmitte reichend. Glied 3 1,5-2 mal so lang wie breit, vorletztes Glied kaum 1/3 breiter als lang. Halsschild stärker quer, etwa 1,5 x so breit wie lang. Flügeldecken feiner und dichter gekörnt punktiert. Schwarz oder schwarzbraun, Fühler und Beine selten dunkel, meistens ± hellbraun. Hinterrand des 6. Tergites in beiden Geschlechtern sanft eingebuchtet. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 6] [Abb. 7]; Paramerenspitze [Abb. 8]. Cernogora (Ukainische Karpaten), vermutlich endemisch. Die carpathica Bernhauers mit kräftiger Halsschildpunktur und deutlichem Halsschildmitteleindruck ist eine noch unbeschriebene Art. Nicht in Mitteleuropa.
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 8
→ 3-Durchschnittlich kleiner: 2-2,4 mm. Fühler etwas oder sogar erheblich kürzer, Glied 3 weniger als 1,5 mal so lang wie breit, vorletztes Glied gut 1,5 mal so breit wie lang. 6. Tergit beim ♂ hinten gerade, beim ♀ schwach eingebuchtet. Halsschild schmäler, etwa 1,27 x so breit wie lang. Fühler und Beine stets dunkel.
#3
alpicola (Miller)🗺ColeowebEndemit der alpinen Region der Hohen Tatra. Fühler kürzer, zurückgelegt gedacht die Halsschildbasis nur um das Endglied überragend. Flügeldecken kräftig gekörnt punktiert. Auf dem letzten sichtbaren Tergit nur äußerst fein und verstreut punktiert, dadurch sowohl von lohseiana als auch von carpathica gut zu trennen. Schwarz oder schwarzbraun. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 9] [Abb. 10]; Paramerenspitze [Abb. 11]. 2-2,2 mm. Hohe Tatra.
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Abb. 9
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Abb. 10
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Abb. 11
alpina Benick & Lohse, 1974🗺Coleoweb-Form des Alpengebietes. Fühler etwas länger, jedoch nicht so schlank wie bei 3 carpathica. Flügeldecken schwächer gekörnt punktiert. Schwarz oder schwarzbraun. (Aedoeagus 179:2) (Spermatheka 179:2). 2,2-2,4 mm. In den Alpen weit verbreitet, aber in Tirol und der Ostschweiz nur stellenweise und selten; sonst (Kärnten, Steiermark und Salzburg) an zahlreichen Stellen in Hochlagen oftmals in Anzahl. (Von Benick & Lohse nur vorläufig als Rasse von alpicola behandelt, nach dem aktuellen Paläarktenkatalog aber inzwischen als Art eingestuft.)
#4
austriaca (Bernh.)🗺ColeowebKopf nicht nach hinten erweitert, gleich hinter den Augen am breitesten. Fühler schlank, Glied 4 nicht, vorletztes Glied kaum quer. Hinterleib ganz vereinzelt, äußerst fein punktiert. (Nach der Beschreibung 2,2 mm; nach späteren Angaben jedoch von der Größe der karawankarum; bei gleicher Präparation also wohl 2,5 mm). Niederösterreich; wie es scheint äußerst selten.
→ 5-Schläfen nach hinten gerade oder rundlich erweitert; größte Kopfbreite weit hinter den Augen.
#5
karawankarum Scheerp.🗺ColeowebHalsschild weniger stark quer, höchstens 1/4 breiter als lang, jedoch stärker gewölbt. Fühler weniger schlank, kurz und kräftig, zum Ende ziemlich stark verdickt, zurückgelegt nur mit dem Endglied den Halsschildhinterrand überragend; Glied 4 nicht länger als breit, vorletzte Glieder ,,gut um die Hälfte breiter als lang". Spermatheka [Abb. 12]. In alpinen Lagen der Karawanken selten.
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Abb. 12
montiumsanni Scheerpeltz, 1956🗺Coleoweb-Halsschild stärker quer, um etwa 1/3 breiter als lang, aber nur sehr flach gewölbt [Abb. 2]. Fühler länger und schlanker, Glied 4 länger als breit, vorletzte Glieder nur mäßig quer. AedoeagusSpermatheka [Abb. 13]. An der österreichischen Südgrenze im Gebiet der Sanntaler- und Steiner Alpen; dort, wie es scheint, nicht allzu selten.
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Abb. 2
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Abb. 13
Enthaltene Taxaalpicola alpina austriaca carpathica karawankarum lohseina montiumsanni
Erstellt am: 20.12.2021 · Letzte Aktualisierung: 20.12.2021 - 19:32:40
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