Gattung Byctiscus Thomson

ColeopteraRhynchophoraRhynchitidae
Von Arved Lompe (n. E. Reitter)
Schläfen des Kopfes nicht halsartig abgeschnürt. Oberseite kahl oder nur an der Spitze äußerst kurz behaart. Die Hinterhüften erreichen nicht ganz die Episternen der Hinterbrust. Körper kurz gebaut, grün, goldgrün oder blau. Die ♂ haben, wie einige Rhynchites, an den Seiten des Halsschilds vor der Mitte einen starken Dorn [Abb. 1]. Bei den ♂ sind die Vorderhüften vom Vorderrand der Vorderbrust entfernt, beim ♀ ihn fast berührend. Die beiden europäischen Arten kommen auch bei uns vor.
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Abb. 1
#1
betulae (L., 1758)Stirn zwischen den Augen schwach vertieft, mit länglichen Punkten [Abb. 1]. Spitze der Flügeldecken mit sehr feiner, flaumartiger, heller Behaarung, die nur im Profile sichtbar ist. Unterseite stets von der Färbung der Oberseite. Körper grün (Stammform) [Abb. 2], oder blau oder grünlichblau oder fast kupferig; manchmal die Färbung der Flügeldecken anders als die des übrigen Körpers. Aedoeagus [Abb. 3]. 5,5-9,5 mm. Auf Betula, Pirus, Alnus, Corylus, Tilia, Populus und Obstbäumen. Das ♀ wickelt aus einem oder mehreren am Stiel und den Blattspreiten angebissenen und in der Folge austrocknenden Blättern einen Wickel, in den es mehrere Eier ablegt. Die Larven ernähren sich von der Substanz der später zu Boden fallenden Wickel und verpuppen sich im Boden. Die neue Generation erscheint zum Teil noch im Herbst, zum Teil im Frühjahr auf den Entwicklungspflanzen. In Weingärten schädlich und als Rebenstecher bekannt. Von China über Sibirien und ganz Europa verbreitet; in Mitteleuropa wohl überall nicht selten. (alni Müll., betuleti F.)
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
populi (L., 1758)-Stirn zwischen den Augen mit tiefem Längsgrübchen und dihinter mit runden Punkten besetzt [Abb. 4]. Oberseite ganz kahl. Unterseite des Körpers stets dunkel schwarzblau [Abb. 5], wenig glänzend, Oberseite glänzend, heller gefärbt, in der Regel metallisch grün: (Stammform) oder grün mit starkem, rötlichen Goldglanz [Abb. 6], selten ganz blau oder dunkel kupferig, sehr selten fast schwarz. Aedoeagus [Abb. 7]. 4,5-6 mm. Das ♀ sticht den Blattstiel in der Mitte an und bringt das Blatt somit zum Welkwerden; es wird dann zum Wickeln benutzt. Die Brutfürsorge ähnelt der des betulae, doch werden die Wickel nur aus einem Blatt gebildet und nur selten mit mehr als 1 Ei (höchstens 3) belegt. Von China über Sibirien und ganz Europa verbreitet; in Mitteleuropa wohl überall häufig; von Mitte IV bis Anfang X an verschiedenen Populus-Arten, bevorzugt an Schösslingen von Populus tremula.
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Abb. 4
Bild fehlt:
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Abb. 5
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Abb. 6
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Abb. 7
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