Gattung Dorcadion Dalm.

ColeopteraPolyphagaPhytophagaCerambycidaeLamiinaeDorcadionini
Von Arved Lompe (n. K.W. Harde)
Breuning, S. (1962): Revision der Dorcadionini. - Ent. Abh. und Ber. Dresden 27:1-665. >>>"F:\taxa\coleo\scans\Breuning1962 Dorcadionini.pdf"
Die Körperform der Arten ist sehr einheitlich (65:7). Halsschild breiter als lang, an der Seite mit spitzem Höcker. Alae fehlen, die Tiere sind daher flugunfähig. Die Gattung ist rein paläarktisch. Alle Arten sind Bewohner von Steppenformationen; wärmeliebend. Von Marokko über das südliche Europa, Kleinasien, Sibirien bis nach China sind mehr als 350 Arten beschrieben; die meisten davon sind sehr variabel. In Mitteleuropa leben nur einige wenige Arten an xerothermen Plätzen. Die Larven und Imagines sind Wurzelfresser; die Käfer kriechen im Frühjahr träge am Boden. Manche Autoren betrachten die Untergattungen als eigenständig. In Europa > 160 Arten, die zum Teil nur nach Verbreitungsangaben und vom Spezialisten zu bestimmen sind. Ich beschränke mich hier auf die für Mitteleuropa gemeldeten Arten und hoffe, daß sich ein kompetenter Kollege dieser Gattung erbarmt und ein Tabelle im europäischen Rahmen erstellt.
Für Arten vom Griechischen Festland siehe >>>Dorcadion_gr
Für Arten aus Südwesteuropa siehe >>>Dorcadion_we
#1
fuliginator (L., 1758)Südwesteuropäische Art, die von Südwesten her bis nach Mitteldeutschland vordringt; nicht in Österreich, Tschechoslowakei und Polen. Fühlerglieder zum Teil an der Basis weiß geringelt. Flügeldecken meist dicht tomentiert, in der Färbung außerordentlich variabel: einfarbig weißgrau, gelblich oder bräunlich tomentiert [Abb. 1], gelegentlich mit weißen Längsbinden [Abb. 2]. Auch schwarze Formen (ab. atrum Bach) mit kahlen Flügeldecken sind bekannt. 10-15 mm. IV-VI.
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Abb. 1
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Abb. 2
→ 2-Südosteuropäische Arten, die von Südosten her zum Teil bis nach Õsterreich vordringen; nicht mehr in Deutschland. Fraglich ist, ob die Art pedestre in Bayern autochthon vorkommt. Von fuliginator zu unterscheiden durch nicht geringelte Fühlerglieder und rotbraun gefärbtes 1. Fühlerglied und Beine.
#2
→ 3Flügeldecken ohne Toment, ganz oder fast kahl; schwarz oder gelbbraun, ohne weißen Nahtstreifen.
→ 4-Flügeldecken mit Toment, verschieden gezeichnet, meist ist der Nahtstreif weiß.
#3
aethiops (Scopoli)Halsschild in der Mittellinie fast glatt, höchstens mit einer geringen Spur eines Rinneneindruckes. Körper robust, meist ganz schwarz [Abb. 3], selten Flügeldecken ± braun. Seitenrand der Flügeldecken nicht weiß behaart. 15-26 mm. IV-VII, ausgesprochen pontisches Faunenelement, von Südosten her bis nach Österreich (Niederösterreich, Burgenland, Steiermark).
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Abb. 3
fulvum (Scop.)-Halsschild in der Mittellinie mit breiter, ziemlich tiefer (mit bloßem Auge gut sichtbarer) Längsfurche. Körper schlanker. Seitenrand der Flügeldecken fein weiß behaart. Flügeldecken, 1. Fühlerglied und Beine meist ± bräunlichrot, sonst schwarz [Abb. 4]. Seltener ganz schwarz und stark glänzend (die extreme schwarze Form wurde als cervae Friv. beschrieben und vielfach als eigene Art angesehen). 13-16 mm. III-VII. Von Südosten her (in der Tschechoslowakei oft sehr häufig) bis nach Österreich hinein ähnlich weit wie aethiops verbreitet.
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Abb. 4
#4
arenarium Scop.Oberseite dicht, ± dunkelbraun tomentiert, außer dem scharf begrenzten weißen Nahtstreifen und weißer Seitenbinde ein verwaschener, kurzer und breiter heller Schulterwisch [Abb. 5]. Auf dem dicken Kopf 2 große Stirnflecke und 2 sehr große, dreieckige Scheitelflecke schwarz tomentiert und weiß umrandet. Sehr variable Art, die von Südosteuropa her bis Istrien vorkommt. Sichere Nachweise aus Mitteleuropa fehlen. 9-18 mm.
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Abb. 5
→ 5-Oberseite anders gezeichnet. Kopf weniger verdickt; dunkle Tomentflecke, wenn vorhanden,wenigerauffallend.
#5
→ 6Flügeldecken mit schwarz oder schwarzbraun tomentiertem Saum längs der weiß tomentierten Naht. Zuweilen ist dieser dunkle Saum in Reihen von Flecken aufgelöst.
→ 7-Flügeldecken ohne dunklen Saum neben der weiß tomentierten Naht.
#6
decipiens Germ.Schulterecken normal. Flügeldecken beim ♂ lang, fast parallel, zur Spitze wenig verschmälert; beim ♀ in der Mitte etwas, aber nicht auffallend erweitert. Flügeldecken dunkelbraun tomentiert. Naht und Epipleuren weißlich tomentiert, außerdem eine rotbraune oder braungraue Humeral- und Dorsalbinde, diese bei den ♀ meist graugelb [Abb. 6]. 11-14 mm. Im Mai. Von Südosteuropa bis zur Slowakei verbreitet.
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Abb. 6
holosericeum Kryn.-Schulterecken sehr stark entwickelt. Flügeldecken beim ♂ gedrungener, in der Mitte mäßig erweitert, beim ♀ auffallend bauchig erweitert. Schwarz; Flügeldecken braun tomentiert, mit 4 ± deutlichen, zuweilen verwaschenen weißlichen Längsbinden [Abb. 7]. Die beiden mittleren können reduziert sein. 13-17 mm. Im Mai. Vom Südosten her bis zur Slowakei verbreitet.
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Abb. 7
#7
scopolii (Herbst)Flügeldecken schwarzbraun tomentiert, mit 4 klar und deutlich begrenzten weißen oder gelblichen Längsstreifen [Abb. 8]: 1 an der Naht, 1 Rücken-, 1 Schulterbinde und 1 am Flügeldeckenseitenrand. Fühler und Beine schwarz, seltener dunkelrot. 10-13 mm. V-VI. Von Südosten her bis ins östliche Österreich verbreitet.
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Abb. 8
pedestre (Scopoli)-Flügeldecken ohne die 4 klaren Längsstreifen, neben der weiß tomentierten Naht meist sehr schütter tomentiert oder fast kahl [Abb. 9]. Nur ♀ tragen mitunter eine dichte dunkel rotbraune Tomentierung. Körper schwarz; Beine und 1. Fühlerglied rotbraun. 11-17 mm. IV-VI. Von Südosten her bis ins östliche Österreich verbreitet.
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Abb. 9
Enthaltene Taxaaethiops arenarium decipiens fuliginator fulvum holosericeum pedestre scopolii
Erstellt am: 27.12.2016 · Letzte Aktualisierung: 03.01.2017 - 17:28:23
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