Familie Chrysomelidae - Unterfamilie Galerucinae

ColeopteraPhytophagaChrysomelidae
Von Arved Lompe (n. K.H. Mohr, H. Kippenberg)
Die Fühler sind an der Basis einander stark genähert und auf der Stirn zwischen den Augen eingelenkt, der Kopf ist vorgestreckt und der Mund von der Vorderbrust unbedeckt. Die Hinterschenkel sind nicht verdickt und besitzen in ihrem Inneren kein Sprungorgan. In der Tabelle sind vorwiegend die in Mitteleuropa vorkommenden Gattungen berücksichtigt.
#1
Aulacophora Dejean, 1836Halsschild mit vollständiger, tiefer Querfurche, Furche in der Mitte grubig vertieft; Oberseite unbehaart, Körper fast vollständig rotgelb [Abb. 1], auch Fühler und Beine mindestens partiell hell; 1. Fühlerglied beim ♂ ± verdickt. (=Rhaphidopalpa Rosh.)
rhaphidopalpa_foveicollis_hab.jpg
Abb. 1
→ 2-Halsschild ohne oder nur mit unvollständiger Querfurche oder jederseits der Mitte mit Grübchen. Im Zweifelsfall behaart.
#2
Mniophilosoma Wollaston, 1854Sehr klein: 1-1,5 mm. Auffallend kugelige Tiere [Abb. 2] von den Azoren oder Madeira.
mniophilosoma_laeve.jpg
Abb. 2
→ 3-Anders.
#3
→ 4Halsschild ohne reguläre Gruben oder Vertiefungen, nicht selten jedoch mit individuellen, kleinen Unregelmäßigkeiten, Scheibe unbehaart und höchstens fein punktiert; Flügeldecken kahl oder nur mit einzelnen Härchen in der hinteren Hälfte und entlang der Seiten; Fühler stets schlank, fadenförmig.
→ 5-Halsschild mit markanten Gruben oder Unebenheiten, mindestens aber mit einer Kette länglicher Eindrücke vor der Basis; Körper hell oder mehrfarbig oder dunkel, dann aber ohne Metallglanz und mit grober Flügeldeckenpunktur.
#4
Agelastica ChevrolatSeitenrandkante der Flügeldecken bei binokularer Betrachtung genau von oben fast in ganzer Länge sichtbar [Abb. 3]. Körper und Gliedmaßen dunkel metallisch violett bis grünlich [Abb. 4]; Halsschild und Flügeldecken einheitlich dicht und fein punktiert, unbehaart.
agelastica_alni_srd.jpg
Abb. 3
agelastica_alni_hab.jpg
Abb. 4
→ 13-Seitenrandkante der Flügeldecken seitlich untergebogen und von oben höchstens zur Flügeldeckenspitze hin sichtbar; Flügeldecken kahl oder nur mit einzelnen Härchen in der hinteren Hälfte und entlang der Seiten.
#5
→ 63. Fühlerglied wesentlich kürzer als das 4. [Abb. 5]; Halsschild äußerst fein punktiert, fast glatt mit zwei tiefen Punktgruben in der hinteren Hälfte, vorne ungerandet; Oberseite unbehaart.
sermylassa_f.gif
Abb. 5
→ 7-3. Fühlerglied fast so lang wie das 4. oder länger [Abb. 6]; Halsschild deutlich (oft grob und dicht [Abb. 7]) punktiert oder chagriniert, stark uneben; Oberseite kahl oder behaart.
xanthogaleruca_luteola_f.gif
Abb. 6
lochmaea_crataegi_vk.jpg
Abb. 7
#6
Sermylassa ReitterFlügeldecken glänzend, dicht punktiert; intensiv metallisch grün bis bläulich [Abb. 8]. 1. Glied der Hintertarsen gestreckt dreieckig, weniger als doppelt so lang wie die Schienen an der Spitze breit [Abb. 9].
sermylassa_halensis_hab.jpg
Abb. 8
sermylassa_htr.gif
Abb. 9
Diabrotica Chevrolat-Flügeldecken matt, gefurcht-gerippt; meist mehrfarbig [Abb. 10] oder hell. 1. Glied der Hintertarsen sehr schlank, fast parallel und mehr als doppelt so lang wie die Schienen an der Spitze breit [Abb. 11]. Eine aus Nordamerika nach Europa importierte Art die am Mais schädlich werden kann und auch in Deutschland zu erwarten ist.
diabrotica_virgifera_hab2.jpg
Abb. 10
diabrotica_htr.gif
Abb. 11
#7
→ 8Die ersten 3 Glieder der Hintertarsen zusammen etwa doppelt so lang wie das Klauenglied (ohne Klauen) oder länger (wie [Abb. 9]).
sermylassa_htr.gif
Abb. 9
Diorhabda Weise, 1883-Die ersten 3 Glieder der Hintertarsen deutlich kürzer als die doppelte Länge des Klauengliedes, Tarsen schlank; Vorderhüftenhöhlen hinten geschlossen. Längliche, überwiegend helle Arten aus Südeuropa die an Galerucella erinnern [Abb. 12].
diorhabda_elongata.jpg
Abb. 12
#8
Galeruca O.F.MüllerVorderhüftenhöhlen hinten geschlossen; Außenseite der Hinterschienen nicht dicht gedrängt, sondern aufgelockert punktiert und behaart, ± uneben und glänzend; Beine stets dunkel; relativ plumpe Arten mit kräftigen Beinen und Fühlern; meist nicht kleiner als ca. 6 mm, nur 2 Arten 4-6 mm [Abb. 13]; die größeren Arten häufig besonders grob punktiert und mit gerippten Flügeldecken [Abb. 14].
galeruca_melanocephala_hab.jpg
Abb. 13
galeruca_pomonae_hab.jpg
Abb. 14
→ 9-Vorderhüftenhöhlen hinten scheinbar offen, weil der abschließende Steg sehr schmal und unter den Coxen verborgen ist. Außenseite der Hinterschienen gedrängt punktiert und behaart, ± matt; manchmal mit glänzenden, kielförmigen Leisten an der Außenkante. Beine selten vollständig dunkel.
#9
Lochmaea WeiseHalsschild und Flügeldecken unbehaart [Abb. 7] [Abb. 15].
lochmaea_crataegi_vk.jpg
Abb. 7
lochmaea_crataegi.jpg
Abb. 15
→ 10-Flügeldecken fein und ± dicht behaart.
#10
Xanthogaleruca Laboissière3. Fühlerglied etwa so lang wie das 4. oder ein wenig kürzer [Abb. 6]; zentraler Zwillingsstirnhöcker oberhalb der Fühler markant dunkel abgesetzt, glänzend.
xanthogaleruca_luteola_f.gif
Abb. 6
→ 11-3. Fühlerglied länger als das 4. [Abb. 16]; zentraler Zwillingsstirnhöcker ± hell, zum Teil nur undeutlich ausgebildet.
galerucella_f.gif
Abb. 16
#11
Ophraella Wilcox, 1965Halsschildbasis seitlich tief eingebuchtet, zum Seitenrand einen Winkel bildend [Abb. 17]. Habitus [Abb. 18].
ophraella_communa_$29595113_vk.jpg
Abb. 17
ophraella_communa_$29595113_hab.jpg
Abb. 18
→ 11a-Halsschildseiten +/- gleichmäßig zur Basis gerundet.
#11a
Pyrrhalta JoannisKopf vor und hinter den Augen nur wenig verengt und dadurch auffallend dick; Oberseite matt chagriniert mit sehr feiner, dichter und unauffälliger Punktur, Behaarung dicht, seidig und auf den Flügeldecken in wechselnden Richtungen gelagert (wolkig) [Abb. 19]; Unterseite hell.
pyrrhalta_viburni.jpg
Abb. 19
Galerucella Crotch-Kopf vor und hinter den Augen normal verengt; Flügeldecken mit normaler, deutlicher Punktierung, Behaarung nicht wolkig [Abb. 20]; Unterseite mindestens teilweise schwärzlich.
galerucella_nymphaeae_hab.jpg
Abb. 20
#13
Phyllobrotica Dejean, 1836Flügeldecken ohne deutlich abgesetzte Epipleuren; Oberseite hell, Flügeldecken mit 2 oder 4 dunklen Makeln; Halsschild vorne ungerandet.
→ 14-Flügeldecken wenigstens in der vorderen Hälfte mit deutlich abgesetzten Epipleuren und bei unseren oberseits hellen Arten ohne dunkle Makeln.
#14
Exosoma JacobyGrößere Arten ab ca. 6 mm; Vorderhüften durch eine schmale Leiste der Vorderbrust getrennt.
→ 15-Kleinere Arten bis ca. 6 mm, Vorderhüften aneinanderstehend; die ♂ nicht selten mit besonders langen Fühlern und hervortretenden Augen. Hierher 3 früher unter Luperus zusammengefaßte Gattungen.
#15
Luperus Geoffroy3. Fühlerglied viel länger als das 2. [Abb. 21]; Halsschild vorne fein aber deutlich gerandet.
luperus_viridipennis_f.gif
Abb. 21
→ 16-3. Fühlerglied nur etwa so lang wie das 2. [Abb. 22] [Abb. 23]; Halsschild vorne ungerandet oder höchstens mit einer unklaren, ± untergebogenen Randlinie.
calomicrus_circumfusus_f.gif
Abb. 22
calomicrus_pinicola_f.jpg
Abb. 23
#16
Calomicrus DillwynVorderhüftenhöhlen hinten offen; bei unseren Arten die Oberseite zweifarbig (außer bei melanistischen Formen [Abb. 24]) und Flügeldecken nicht stahlblau.
calomicrus_pinicola_hab.jpg
Abb. 24
Euluperus Weise-Vorderhüftenhöhlen hinten geschlossen; Oberseite stahlblau bis blaugrün.
Enthaltene TaxaAgelasticaAulacophora CalomicrusDiabroticaDiorhabdaEuluperusExosomaGalerucaGalerucellaLochmaeaLuperusMniophilosomaOphraellaPhyllobroticaPyrrhaltaSermylassaXanthogaleruca
Erstellt am: 11.06.2014 · Letzte Aktualisierung: 01.11.2023 - 11:08:28
Creative Commons LizenzvertragKäfer Europas herausgegeben von Arved Lompe sind lizenziert unter den Bedingungen der Creative Commons International 4.0 Lizenz BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)