Gattung: Hydrochus Leach

ColeopteraHydrophilidaeHydrochinae
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse, F. Hebauer)Literaturverzeichnis ⇒
Kopf mit großen vorspringenden Augen, etwa so breit wie der höchstens schwach quere Halsschild; dieser oberseits mit großen Grübchen, nach hinten verengt und wesentlich schmäler als die Flügeldecken. Flügeldecken mit kräftigen Punktstreifen und meistens mit teilweise kielförmig erhabenen Zwischenräumen, so daß die Punktreihen oft paarweise genähert erscheinen. (Als 1. Zwischenraum wird der Raum zwischen Naht und 1. Punktstreifen gezählt). Fühler mit 2 verlängerten und 2 kurzen kahlen Schaftgliedern und 3 behaarten Keulengliedern [Abb. 1]. Kiefertaster etwa so lang wie die Fühler, ihr Endglied ± länger als das vorletzte. Klauenglied so lang oder länger als die vorhergehenden Glieder zusammen. Mittlere Sternite quer gewulstet. Die ♂ sind allgemein etwas kleiner und schlanker als die ♀. Vorzugsweise in stehenden Gewässern.
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Abb. 1
In Europa 21 Arten. Hier nicht behandelte Arten siehe >>>99
#1
→ 2Flügeldeckenzwischenräume ungleichmäßig erhaben: 4. Zwischenraum (zwischen dem 3. und 4. Punktstreifen) der Flügeldecken auf der Hinterhälfte, die benachbarten Zwischenräume auf der Vorderhälfte der Flügeldecken kielförmig emporgehoben [Abb. 2]. Schwarz, Vorderkörper meistens, oft auch die Flügeldeckenkiele, leuchtend metallisch. Kiefertaster, Fühler und Beine rötlich, z.T. angedunkelt. Körper gestreckt, Flügeldecken mehr als 3 x so lang wie der Halsschild und doppelt so lang wie breit
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Abb. 2
→ 3-Die ungeraden Zwischenräume gleichförmig erhaben [Abb. 3] oder zumindest der 3. Zwischenraum flach.
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Abb. 3
#2
elongatus (Schall., 1783)Fundmeldungen🗺ColeowebIm 4. Flügeldeckenzwischenraum mit einer kurzen, meist glänzenden Rippe vor der Basis; apikaler Querwulst gewöhnlich breit. Flügeldecken parallel, schmaler und gestreckter als bei folgender Art [Abb. 2]. Aedoeagus [Abb. 4] [Abb. 5], linke Paramere mit Zahn am Beginn der apikalen Erweiterung; Tubus im basalen Teil auf 2/3 der Länge stark verengt. 3,3-4,7 mm. D: Im gemäßigten Europa.
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Abb. 2
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Abb. 4
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Abb. 5
ignicollis Motsch., 1860🗺Coleoweb-4. Flügeldeckenzwischenraum gleichmäßig vertieft; apikaler Querwulst nur schmal und flach. Flügeldecken kürzer, hinter der Mitte deutlich verbreitert. Aedoeagus [Abb. 6], linke Paramere ohne Zahn am Beginn der apikalen Erweiterung, nur mit konkaver Einbuchtung; Tubus weniger stark verengt und nur bis zur halben Länge. 3,6-4 mm. D: Nord- und Mitteleuropa.
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Abb. 6
#3
→ 43., 5., 7. und 9. Flügeldeckenzwischenraum in gleicher Stärke kielförmig erhaben. Hierher auch in Mitteleuropa weit verbreitete Arten.
→ 8-Zumindest der 3. Zwischenraum nicht stärker erhaben als die benachbarten und nicht kielförmig. Arten mit begrenzter Verbreitung in Mitteleuropa.
#4
→ 5Die Erhabenheit ist stark und deutlich. Käfer ganz schwarz.
kirgisicus Motsch. 1860.🗺Coleoweb-Die Erhabenheit ist schwächer oder sehr schwach. Flügeldecken schwarzbraun oder braunrot. Halsschild sehr dicht und ziemlich fein punktiert, wenig glänzend, schwarz; Flügeldecken dunkelbraun, mit sehr schwacher Kielung der Zwischenräume. 2,5-3 mm. D: Südrußland.
#5
crenatus (F., 1792)Fundmeldungen🗺ColeowebKörper gestreckt, hinter der Mitte am beitesten. Flügeldecken doppelt so lang wie breit [Abb. 3]. Halsschildgruben wenig tief, Halsschild nicht merklich breiter als lang. Schwarz oder dunkelbraun mit deutlichem Bronzeglanz, Flügeldeckenrippen oft leuchtender metallisch, Fühlerbasis und Beine rötlich, mit ± angedunkelten Schenkeln und Klauengliedern. Aedoeagus [Abb. 7]. 2,5-3 mm. D: Im Norden nicht selten, nach Süden hin seltener, und besonders im Südwesten nur sporadisch und selten. (=carinatus Germ., 1824)
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Abb. 3
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Abb. 7
→ 6-Körper etwas breiter, Flügeldecken etwa 1,5 x so lang wie breit und etwa in der Mitte am breitesten [Abb. 8]. Halsschild deutlich etwas quer, seine Gruben tiefer. Schwarz, Flügeldecken nur schwach bronzeglänzend. Beine fast einfarbig schwarzbraun.
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Abb. 8
#6
→ 7Kleinere Arten: 2,6-3,3 mm, die auch in West- und Mitteleuropa vorkommen.
octocarinatus Hochhuth, 1871🗺Coleoweb-Große Art: 3,3-4,7 mm. D: Ukraine.
#7
brevis (Hbst., 1793)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschildeindrücke tiefer, durch nicht punktierte Ränder deutlich abgetrennt [Abb. 8]. Größte Breite des Halsschildes nahe dem Vorderrand, von dort nach hinten +/- gerade verengt [Abb. 9]. Oberseite des Halsschilds dicht punktiert; Punkte rund und gut getrennt. Aedoeagus 0,5-0,6 mm, kürzer als 1/5 der Körperlänge [Abb. 10] [Abb. 11]. 2,6-3,3 mm. D: Holstein, Niedersachsen, Berlin, Aschaffenburg, Rheinland.
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Abb. 8
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Abb. 9
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Abb. 10
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Abb. 11
megaphallus Berge, 1988🗺Coleoweb-Halsschild Eindrücke flach, Ränder punktiert und wenig markant. Größte Breite des Halsschildes im vorderen Drittel, dort gerundet nach vorne und hinten verengt [Abb. 12]. Oberseite des Halsschilds runzelig und zusammenfließend punktiert. Aedoeagus 1 mm, auffallend lang, etwa 1/3 der Körperlänge [Abb. 13]. B: Azidophil. D: Verbreitet aber nicht häufig
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Abb. 12
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Abb. 13
#8
→ 9Wie bei crenatus die Flügeldecken nach hinten verbreitert. die Punktreihen aus dichter gestellten, weniger groben Punkten bestehend als dort, nur der 3. Flügeldeckenzwischenraum flach, der 5. etwas, der 7. und 9. deutlich kielförmig erhaben. Oberseite, besonders der Vorderkörper, mit stärkerem Metallschimmer. Hier 3 sicher nur nach dem Aedoeagus zu trennende Arten.
→ 10-Körper sehr schmal und gestreckt, Flügeldecken fast parallelseitig. Halsschild länger als breit. Flügeldeckenzwischenräume fast gleichartig, die Punktstreifen dadurch nicht deutlich paarweise, sondern gleichmäßig dicht gestellt. Einfarbig bronzebraun oder Flügeldecken heller gelbbraun. Beine bis auf die Spitze des Klauengliedes gelbrot. 2-3,4 mm.
#9
nitidicollis Muls., 1844🗺ColeowebAedoeagus [Abb. 14]. 2-2,5 mm. D: West- und Südwesteuropa bis Belgien und Holland; nach spärlichen und meist alten Einzelfunden auch aus der Pfalz und dem Rheinland gemeldet.
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Abb. 14
interruptus Heyden, 1870🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 15]. D: Spanien.
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Abb. 15
grandicollis Kiesenwetter, 1870Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschild länger als gewöhnlich, etwa 2/5 so lang wie die Decken [Abb. 16]. Aedoeagus [Abb. 17] [Abb. 18]. 2,2-3 mm. D: Westliches Mittelmeergebiet, Kanarische Inseln.
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Abb. 16
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Abb. 17
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Abb. 18
#10
angustatus Germ., 1824Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken in der Spitze mit zwei runden, durchsichtigen, großen Punkten [Abb. 19] [Abb. 20]. Halsschild fast so breit wie die Flügeldecken am Schulterwinkel. Grundfarbe schwarz, braun oder grün, oft purpurn schillernd [Abb. 21]. Aedoeagus [Abb. 22] [Abb. 23]; linke Paramere apikal auf größerer Strecke erweitert. 3-4 mm. D: Von Westeuropa über das westliche und mittlere Mitteleuropa bis in den Südosten verbreitet. Scheint sowohl in der Tiefebene als auch zwischen dem Main und den Alpen zu fehlen.
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Abb. 19
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Abb. 20
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Abb. 21
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Abb. 22
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Abb. 23
→ 11-Flügeldecken ohne diese runden Punkte. Wenn größere Punkte an der Spitze vorhanden sind, so liegen sie quergedrückt hart am Spitzenrande [Abb. 24]. 4. und 6. Zwischenraum stets kielförmig erhaben.
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Abb. 24
#11
flavipennis Küster, 1852🗺ColeowebFlügeldecken gelb, rot oder braunrot, selten braunschwarz, nicht metallisch oder stellenweise bronzeglänzend. Halsschild schmäler als die Flügeldecken am Schulterwinkel, die Hinterecken oft mit einem scharfen, tiefen, länglichen Grübchen, das gegen den Halsschildhinterrand offen ist. Aedoeagus [Abb. 25]; linke Paramere apikal nur kurz erweitert. 2,6-3,7 mm. D: Südosteuropa, Nordafrika, östliches Österreich, Slowakei.
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Abb. 25
angustatus bicolor Rey, 1885-Flügeldecken immer dunkel und fast immer sehr stark metallisch, selten dunkel ohne Metallglanz. Kleiner als die Stammform. D: Frankreich.
#99
aljibensis Castro & Delgado, 1999🗺ColeowebIn der Tabelle fehlende Arten. D: Spanien, Portugal.
angusi Valladares, 1988🗺Coleoweb-D: Spanien.
ibericus Valladares, Diaz & Delgado, 1999🗺Coleoweb-D: Spanien..
nodulifer Reitter, 1897🗺Coleoweb-D: Aserbeidschan.
nooreinus Berge Henegouwen & Sainz-Cantero, 1992🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 26]. D: Spanien.
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Abb. 26
roberti Shatrovskiy, 1993🗺Coleoweb-D: Aserbeidschan.
smaragdineus Fairmaire, 1879🗺Coleoweb-D: Frankreich, Spanien, Portugal.
tariqi Ribera, Hernando & Aguilera, 1999🗺Coleoweb-Habitus [Abb. 27]. Aedoeagus [Abb. 28]. D: Spanien, Marokko.
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Abb. 27
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Abb. 28
Enthaltene Taxaaljibensis angusi angustatus brevis crenatus elongatus flavipennis grandicollis ibericus ignicollis interruptus kirgisicus megaphallus nitidicollis nodulifer nooreinus octocarinatus roberti smaragdineus tariqi
Literaturverzeichnis
Kuwert, A. (1890): Hydrophilidae II.Abteilung Sphaeridiini und Helophorini. In Reitter: Bestimmungstabellen der europäischen Koleopteren 20. Heft, Brünn >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Reitter-Best-Tab-Heft20 Hydrophilidae II.pdf" p. 72
Ribera, I., Hernando, C., Aguilera, P. (1999): Notes on the Status of Hydrochus interruptus Heyden and H. martinae Makhan. - Latissimus 11:22-23 >>>https://www.researchgate.net/publication/283080818 oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Ribera_et_al1999 Hydrochus.pdf"
Ribera, I., Hernando, C. & Aguilera, P. (1999a): Hydrochus tariqi sp.n. from south Spain (Coleoptera:Hydrochidae). - Koleopterologische Rundschau 69: 99-102 - >>>https://www.zobodat.at/pdf/KOR_69_1999_0099-0102.pdf oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Ribera_et_al1999 Hydrochus tariqi.pdf"
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 23.05.2025 - 18:20:49
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