Gattung: Limnebius Leach

ColeopteraHydrophilidaeHydraeninae
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse)
Ovale, leicht gewölbte Käfer von 1-2,5 mm [Abb. 1]. Oberseite ohne gröbere Skulptur, glatt, fein punktiert oder (und) chagriniert, oft zum Teil ganz glatt und glänzend. Von den ähnlichen Gattungen der Familie Hydrophilidae durch die verkürzten, das Pygidium unbedeckt lassenden Flügeldecken leicht zu unterscheiden. Die einander außerordentlich ähnlichen Arten sind mit Sicherheit oft nur im ♂ Geschlecht zu bestimmen. Die ♂ sind durchschnittlich etwas (bei truncatellus viel) größer als die ♀. Man erkennt sie an den etwas erweiterten Vordertarsen und gelegentlich auch an artspezifischen Auszeichnungen. Die beiden pinselartigen Haarzipfel an der Pygidiumspitze sind bei den ♀ stärker genähert, oft zu einem Büschel verklebt. Man findet die Arten meistens in stehenden oder fließenden Kleingewässern. In Europa 56 Arten der Gattung, die vorwiegend im Süden verbreitet sind; hier sind nur die in Mitteleuropa vertretenen aufgeführt.
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Abb. 1
#1
→ 2Käfer von 1,4-2,5 mm Größe.
→ 8-Käfer von 1-1,1 mm, ♂ ohne besondere Auszeichnungen
#2
→ 3Halsschildscheibe zwischen der Punktur spiegelglatt, selten etwas uneben (furcatus), die Seitenränder mit feinen Netzmaschen. Schwarz, Flügeldeckenseitenränder und -Spitze ± rotbraun aufgehellt
→ 6-Halsschildscheibe nicht glatt, sondern mit einer Grundskulptur (wabenartig, polyedrisch).
#3
truncatellus (Thunb., 1794)Fundmeldungen🗺ColeowebDie glänzend-glatte Halsschildmitte verhältnismäßig stark punktiert, stärker als bei den anderen mitteleuropäischen Arten; die einzelnen Punkte tief eingestochen und im Abstand von 2-3 Punktdurchmessern auseinanderstehend; schon bei x 15 erkennbar [Abb. 2]. Halsschildrand mit kräftigen Netzmaschen. Kopf und Flügeldecken ebenfalls kräftig genetzt und punktiert. ♂: Aedoeagus [Abb. 3]. 6. Sternit fein genetzt und spärlich behaart; am Hinterrand in der Mitte mit einem zapfenartigen Fortsatz, der oben löffelartig vertieft ist [Abb. 4]. Hinterschienen im basalen Drittel tief eingebuchtet, von da zur Spitze verbreitert [Abb. 5]. ♀: Nur von der Größe der mittelgroßen Arten der Gattung, und daher oft falsch bestimmt. Stets durch die kräftigere Punktur zu erkennen. ♂: 2,5 mm, ♀: 1,8-2,2 mm. In ganz Mitteleuropa, im Norden die häufigste Art der Gattung, im Süden seltener. Meistens in Fließgewässern (Quellen, Bachoberläufe)
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
→ 4-Punktierung der Oberseite schwächer und lockerer, erst bei stärkerer Vergrößerung erkennbar
#4
nitidus (Marsh., 1802)🗺ColeowebZiemlich kleine Art von 1,4-1,5 mm. Halsschildmitte glatt und glänzend, die Punktur fast ebenso stark und locker wie bei papposus und crinifer. Halsschildseitenrand mit feinen Netzmaschen. Flügeldecken deutlich netzmaschig, doch mit wenig vortretender Punktur. Kopf fast glatt, fein und weitläufig punktiert. ♂: Aedoeagus [Abb. 6]. 6. Sternit glatt, sparsam punktiert und behaart; Vorderschienen zur Spitze stark erweitert. ♀: Börstchen des Pygidiums oft zu einem Büschel miteinander verklebt. Südliches Nord-, West- und Mitteleuropa, im nördlichen Teil verbreitet aber einzeln, nach Süden sporadisch und selten, aber sowohl in Österreich als auch in der Tschechoslowakei.
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Abb. 6
→ 5-Etwas größere Arten von 1,7-2 mm.
#5
furcatus Baudi, 1872🗺ColeowebHalsschildmitte glatt, manchmal etwas wellig, doch ohne erkennbare Mikroskulptur. Punktur feiner als bei nitidus, papposus und crinifer. Kopf schwach, Flügeldecken unter der feinen Netzung kaum erkennbar punktiert. Schwarz, stark glänzend, an den Rändern und der Spitze nur schmal bräunlich aufgehellt. ♂: Aedoeagus [Abb. 7]. Hinterrand des 6. Sternits tief dreieckig oder mit rundlicher Buchtung ausgeschnitten; die den Ausschnitt seitlich begrenzenden Zipfel hörnerartig verlängert und aufgebogen. Der in der Mitte des Sternits entspringende Haarzopf nach hinten auseinandergehend, zuweilen in 2 Zipfel aufgedreht und die Hörner verdeckend [Abb. 8]. Hinterhüften neben dem Trochanter mit einem Dorn, dessen Spitze etwas eingekrümmt ist [Abb. 9], Hinterschenkel verdickt, außen konvex, innen deutlich konkav, Hinterschienen an der Basis ausgebuchtet, gegen die Spitze wieder schmäler zulaufend. ♀: Börstchen des Pygidiums oft zu einem Zipfel verklebt. Süd- und Westeuropa; im Osten der Alpen nach Norden vorstoßend und im östlichen Österreich, Schlesien und bei Dresden gefunden.
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
stagnalis Guillb.🗺Coleoweb-Mit furcatus weitgehend übereinstimmend, aber die Punktur meistens etwas stärker. ♂: Aedoeagus [Abb. 10]. 6. Sternit ohne Hörner, sondern ungleichmässig asymmetrisch gewölbt, die Wölbungen dicht und lang behaart [Abb. 11]. ♀: Haarbüschel am 6. Sternit immer gut getrennt. Südosteuropa; Funde aus dem östlichen Österreich bedürfen der Nachprüfung, da nach d'Orchymont die Art noch nicht von dort vorlag.
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Abb. 10
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Abb. 11
#6
→ 6aArten aus Mitteleuropa. ♂: 6. Abdominalsternit in der Mitte mit einem dichten Fleck langer Haare, die nach hinten fächerartig auseinanderstreben, zuweilen aber (besonders bei parvulus) in 2 Büschel geteilt und schnurrbartartig aufgezwirbelt sind. Hinterrand des Sternits verrundet, ohne Einkerbung.
grandicollis Wollaston, 1854Fundmeldungen🗺Coleoweb-Art aus Madeira. Halsschild und Flügeldecken deutlich genetzt und punktiert [Abb. 12]. Habitus ♂ [Abb. 13], Habitus ♀ [Abb. 14]. Aedoeagus [Abb. 15]. Endemisch auf Madeira.
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Abb. 12
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Abb. 13
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Abb. 14
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Abb. 15
#6a
parvulus (Hbst., 1797)Fundmeldungen🗺ColeowebDie Grundskulptur der Halsschildmitte ist deutlicher als die Punktur [Abb. 16]. Sie besteht aus polyedrischen Maschen, die durch scharfe Nadelrisse rundum begrenzt sind. Die Oberseite erscheint dadurch matter als bei den beiden folgenden Arten. Die feinen, flachen, locker stehenden Punkte sind kleiner als die Netzmaschen und treten nur undeutlich hervor. Flügeldecken mit kräftigen Netzmaschen und erloschener Punktur. Käfer schwarz [Abb. 17], an den Seiten und der Flügeldeckenspitze aufgehellt. ♂: Aedoeagus [Abb. 18]. Hinterschenkel in der Mitte des Innenrands stumpfwinklig vorspringend [Abb. 19]. 1,7-2 mm. In ganz Mitteleuropa, den Südosten ausgenommen. Im Norden und Osten nicht selten, nach Süden und Westen seltener werden, gebietsweise fehlend. In Osterreich sehr selten. (=truncatulus Thoms.)
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Abb. 16
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
→ 7-Punktur der Halsschildmitte deutlicher als die Grundskulptur; die locker stehenden Punkte tief eingestochen und mit scharfen Rändern [Abb. 20]. Die Grundskulptur besteht aus regelmäßigen wabenförmigen Zellen, an welchen scharf eingerissene Begrenzungslinien nicht erkennbar sind (x 100); sie sind kleiner als die Punkte und schwächen den Glanz der Oberseite nicht. Hinterschenkel auf der Innenseite auch beim ♂ fast gerade, nicht winklig erweitert [Abb. 21].
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Abb. 20
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Abb. 21
#7
papposus Muls., 1844Fundmeldungen🗺ColeowebGrundfarbe gelbbraun, Kopf und Halsschildmitte dunkler [Abb. 22]. Kinn der ganzen Länge nach in der Mitte tief rinnenartig ausgehöhlt. ♂: Aedoeagus [Abb. 23]. Vorletztes Kiefertasterglied fast doppelt so breit wie das letzte [Abb. 24]. 1,8-2,1 mm. Ganz Mitteleuropa; im Westen und Südwesten selten, sonst eine häufige Art.
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Abb. 22
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Abb. 23
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Abb. 24
crinifer Rey, 1885Fundmeldungen🗺Coleoweb-Grundfarbe schwarz, Seitenrand und Flügeldeckenspitze rotbraun. Kinn eben oder nur schwach vertieft. ♂: Aedoeagus [Abb. 25]. Kiefertaster schlank. 1,7-2,1 mm. Mitteleuropa; im Norden und Osten häufiger, im Südwesten, Süden und Südosten selten.
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Abb. 25
#8
aluta Bedel, 1881Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild, Kopf und Flügeldecken mit feinen polyedrischen Netzmaschen, dadurch matter erscheinend. Punktur locker, kaum erkennbar. Grundfarbe schwarz, Seitenrand und Flügeldeckenspitze aufgehellt. Nahtrand der Flügeldecken nicht erhöht oder verbreitert. Börstchenbüschel des Pygidiums meistens getrennt [Abb. 26]. Aedoeagus [Abb. 27]. 1-1,1 mm. Mitteleuropa; in Deutschland vorwiegend im Norden und Osten, doch nirgendwo häufig, nach Westen und Süden seltener, in Österreich und der westlichen Tschechoslowakei sporadisch und selten. Im Norden und Westen vorwiegend in Moorgewässern.
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Abb. 26
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Abb. 27
→ 9-Halsschildmitte zwischen der lockeren Punktur spiegelglatt. Flügeldecken mit zarten Netzmaschen und verlorener Punktur. Grundfarbe braungelb, Halsschildmitte und Kopf dunkler. Die beiden Börstchenbüschel des Pygidiums meistens miteinander verklebt [Abb. 28].
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Abb. 28
#9
atomus (Duft., 1805)Fundmeldungen🗺ColeowebKörper etwas breiter, tropfenförmig. Flügeldeckennaht zur Spitze deutlich schmal gerandet. Aedoeagus [Abb. 29]. 1 mm. Süd- und Mitteleuropa; aus der Tiefebene nur von Hamburg bekannt; nach Süden zu häufiger werdend, auch in Österreich; Tschechoslowakei häufig. Mehrfach in Anzahl in der Uferzone süddeutscher Seen gefunden.
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Abb. 29
myrmidon Rey🗺Coleoweb-Flügeldeckennaht völlig ungerandet. Aedoeagus [Abb. 30]. Kleiner und schlanker: 0,9 mm. Aus dem Mittelmeergebiet nach Österreich und Schlesien einstrahlend. Vermutlich auch in der Tschechoslowakei weiter verbreitet.
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Abb. 30
Enthaltene Taxaaluta atomus crinifer furcatus grandicollis myrmidon nitidus papposus parvulus stagnalis truncatellus
Erstellt am: 29.11.2011 · Letzte Aktualisierung: 22.09.2021 - 18:44:01
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