Unterfamilie Otiorhynchinae auct.

ColeopteraCurculionidae
Von Arved Lompe (n. R. Frieser, E. Reitter, P. Kuhnt)
Reitter, E. (1912): Übersicht der Untergattungen und der Artengruppen des Genus Otiorrhynchus - Wiener Entomologische Zeitung, 31(2):45-67 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Reitter1912 Otiorrhynchus 1.pdf"
Yunakov N.N. & Nadein K.S. (2006): New taxa of geophilic Entiminae (Coleoptera: Curculionidae) from the Balkan Peninsula, Caucasus, and Central Asia. - Entomologische Abhandlungen, 63:77-98 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Yunakov&Nadein2006 Entiminae.pdf"
Die früher dazu gehörenden Gattungen sind umsortiert worden und heute in der Unterfamilie Entiminae untergebracht. Mundteile adelognath, das heißt die Maxillen liegen frei. Fühler gekniet; Fühlerfurchen grubig vertieft, rund oder oval, von oben sichtbar, selten rinnenförmig, dann aber auf das Auge hin gerichtet und von oben nur zum Teil sichtbar; bei diesen Arten ist die Oberseite deutlich beborstet (Trachyphloeus). Augen ± rundlich, seitenständig, in Seitenansicht schmäler als der Rüssel, bei einer Gattung sind die Augen verkümmert. Rüssel kurz und dick, seine Oberseite meistens abgeflacht, höchstens doppelt so lang wie breit, in der Regel deutlich kürzer als der Halsschild. Fühler nahe der Rüsselspitze eingelenkt. Spitzen der Vorderschienen gewöhnlich ± nach innen gebogen und dort mit einem Dorn versehen, teilweise zugleich auch nach außen erweitert, Außenkante nicht in einen Dorn verlängert. Die Tabellen sind erst zum Teil an die neue Nomenklatur und systematische Ordnung angepaßt [Abb. 1].
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Abb. 1
#1
→ 2Fühlergruben groß, rundlich oder oval, nach oben völlig offen und einsehbar [Abb. 2] [Abb. 3].
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Abb. 2
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Abb. 3
Trachyphloeus Germ.-Fühlergruben sehr schmal und sehr viel länger als breit, vom seitlichen Rüsselrand etwas überwölbt, daher in der Regel nur die Hälfte der Gruben von oben einsehbar [Abb. 4] [Abb. 5]. Kleine, häufig erdverkrustete Arten, die sich durch ± dicke abstehende Borsten der Flügeldecken, oft auch durch Dornen an den Vorderschienenspitzen auszeichnen.
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Abb. 4
trachyphloeus_bifoveolatus_hab.jpg
Abb. 5
#2
→ 3Klauen getrennt, an der Basis nicht miteinander verwachsen.
→ 6-Klauen an der Basis miteinander verwachsen.
#3
→ 4Seiten des Rüssels zwischen der Basis und den flügel- oder ohrenförmig ausgeschweiften Seiten der Fühlergrube (Pterygien) deutlich verschmälert, die Pterygien seitwärts meist stärker erweitert.
Stomodes Schönh.-Rüssel von oben betrachtet parallelseitig. Pterygien nur sehr schwach entwickelt. Körper schmal, in der Gestalt an Barypeithes erirnernd [Abb. 6].
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Abb. 6
#4
→ 5Augen deutlich sichtbar, groß und gut entwickelt.
-Augen fehlend oder rudimentär, normale Facetten fehlen. Körper sehr schmal. 2,5-5,5 mm. ...4a
#4a
Troglorhynchus SchmidtArten aus Europa [Abb. 7]. Otiorhynchus Untergattung
troglorhynchus_anophthalmus_hab.jpg
Abb. 7
Anillobius Fauvel, 1907-Arten von Madeira [Abb. 8]. Laparocerus Untergattung
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Abb. 8
#5
Simo DejeanFühlergeißel dicht mit dicken Borstenhaaren besetzt. Körper länglich. Oberseite stark abgeflacht, dicht beschuppt [Abb. 9]. Flügeldeckenzwischenräume mit einer Börstchenreihe. Schenkel ungezähnt. (=Homorhythmus)
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Abb. 9
Otiorhynchus Germ.-Fühlergeißel einfach behaart oder kahl. Körperbau variabel, meist gedrungen [Abb. 10] und weniger gestreckt. Oberseite stark und deutlich gewölbt. Schenkel gezähnt oder ungezähnt, ± gekeult.
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Abb. 10
#6
→ 7Flügeldecken kugelig oder oval, Schultern völlig verrundet, nicht winkelig nach außen vorstehend [Abb. 11].
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Abb. 11
→ 6a-Schultern stark eckig vortretend, Halsschild meist viel schmäler als die Basis der Flügeldecken; Schenkel meist gezähnt [Abb. 12].
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Abb. 12
#6a
Metacinops Kraatz, 1862Kopf sehr lang und dünn, so lang als der Rüssel, die Augen rund und wenig schmäler als der Rüssel, die Fühler ziemlich entfernt von der Spitze eingelenkt [Abb. 13]. Hierher 1 Art aus Italien und Griechenland.
metacinops_rhinomacer_hab.jpg
Abb. 13
→ 6b-Kopf nicht verlängert und deutlich breiter als der Rüssel; Fühler nahe der Spitze desselben eingelenkt.
#6b
Parascythopus Desbrochers, 1875Die Rüsselspitze bis zur Einlenkung der Fühler mit einer geglätteten kahlen und überwulsteten Nase; diese glatt und oft über die Fühlereinlenkung verlängert. Halsschild oft mit glatter Mittellinie, Flügeldecken mit anliegender und längerer, etwas abstehender Behaarung.
Phyllobius Schoenherr. Oedecnemidius K. Daniel, 1903 Pseudomyllocerus Desbrochers, 1872-Die Rüsselspitze selten glatt und kahl, im letzteren Falle ist die Kahlstelle auf die Spitze beschränkt, punktiert oder jederseits schräg begrenzt oder uneben. Habitus [Abb. 12] In der Phyllobius-Tabelle werden auch die folgenden inzwischen abgetrennten Gattungen ausgewiesen. Siehe und
phyllobius_arborator_hab.jpg
Abb. 12
#7
→ 8Naht zwischen der Hinterbrust und ihrem Episternum äußerst schwach, diese dadurch nicht sichtbar voneinander getrennt. Schenkel ungezähnt. Oberseite dicht beschuppt, Schuppen rund oder kurzoval [Abb. 14].
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Abb. 14
→ 9-Naht zwischen der Hinterbrust und ihrem Episternum deutlich. Schenkel manchmal gezähnt. Körper kahl, dünn behaart oder (Argoptochus) mit sehr schmalen, fast stäbchenförmigen Schuppen [Abb. 15].
argoptochus_quadrisignatus_hab.jpg
Abb. 15
#8
CaenopsisSchläfen und Unterseite des Kopfes gestrichelt. Habitus [Abb. 11].
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Abb. 11
→ 8a-Schläfen und Unterseite des Kopfes nicht gestrichelt. Habitus [Abb. 16] [Abb. 14].
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Abb. 16
peritelus_leucogrammus_hab.jpg
Abb. 14
#8a
Centricnemus Germar, 1827Vorderschienen an der Spitze mit einer 3-zackigen Verlängerung [Abb. 17]. Habitus [Abb. 14].
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Abb. 17
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Abb. 14
Peritelus-Vorderschienen am Vorderrand ohne Verlängerung. Die Dornen einfach und gleichmäßig gereiht. Habitus [Abb. 16].
peritelus_sphaeroides_hab.jpg
Abb. 16
#9
Argoptochus Weise, 1883Fühlergruben kurz, tief, lochartig, auch am Hinterrand oft scharfkantig begrenzt. Körper beschuppt, die Schuppen sehr schmal [Abb. 15]. Schenkel ungezähnt.
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Abb. 15
→ 10-Fühlergruben länglich, nach hinten abgeflacht und vor den Augen keine Kante bildend. Körper behaart oder kahl.
#10
Rhinomias ReitterRüssel mit höckernasenartigem Rücken [Abb. 18]. Stirn vom Rüssel durch eine breite Querfurche abgesetzt. Schenkel ungezähnt. Habitus [Abb. 19]. Für Tiere außerhalb Mitteleuropas siehe auch >>>Entiminae_klein
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Abb. 18
rhinomias_forticornis_hab.jpg
Abb. 19
→ 11-Stirn durch keine Querfurche vom Rüssel abgesetzt.
#11
Omias GermarHalsschild längs der Mitte mit quergelagerter Behaarung. Flügeldecken ohne Börstchenreihen [Abb. 20]. Zumindest die Hinterschenkel gezähnt.
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Abb. 20
→ 12-Behaarung des Halsschild in der Mitte breit längsgelagert [Abb. 21]. Schenkel ungezähnt.
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Abb. 21
#12
Omiamima Silfv.Oberseite mit lang abstehender Behaarung und dazwischen mit anliegender Grundbehaarung [Abb. 21]. Halsschild gröber punktiert, die Punkte so groß oder größer als die Zwischenräume.
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Abb. 21
→ 13-Oberseite ohne abstehende Haare.
#13
Humeromima Podlussany, 1998Schultern vorhanden [Abb. 22]. Tarsen mit 2 an der Basis verwachsenen Klauen.
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Abb. 22
Bryodaemon Podlussany, 1998-Oberseite mit anliegenden Haaren. Schultern geschwunden. Spitze der Flügeldecken in Seiten ansicht abwärts gebogen [Abb. 23]. Tarsen mit einer oder 2 sehr ungleich großen Klauen. Habitus [Abb. 24].
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Abb. 23
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Abb. 24
Enthaltene TaxaAnillobiusArgoptochusBryodaemonCaenopsisCentricnemusHumeromimaMetacinopsOedecnemidiusOmiamimaOmiasOtiorhynchusParascythopusPeritelusPhyllobiusPseudomyllocerusRhinomiasSimoStomodesTrachyphloeusTroglorhynchus
Erstellt am: 31.03.2013 · Letzte Aktualisierung: 21.07.2024 - 12:31:33
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