Gattung: Polygraphus Erichson

ColeopteraRhynchophoraScolytidaeHylesininaePolygraphini
Von Arved Lompe (n. K. Schedl)Literaturverzeichnis ⇒
Körper walzenförmig, dicht punktiert, anliegend beschuppt-behaart. Stirn beim ♂ mit einem oft 2-spitzigen Höcker in der Höhe des oberen Augenrands, darunter leicht abgeflacht bis etwas eingedrückt, und feiner, lockerer punktiert als auf der übrigen Fläche, spärlich kurz behaart [Abb. 1]. ♀ Stirn breiter, mehr abgeflacht bis leicht eingedrückt, Härchen am Rand dichter, oft etwas nach innen gebogen. Augen durch einen tiefen Einschnitt in nahezu 2 gleich große Hälften geteilt, die Fühlerkeule stark abgeplattet, ohne Nähte, Fühlergeißel 4- bis 6-gliedrig. Halsschild breiter als lang, Basis leicht 2-buchtig, die Seiten nach vorn ± trapezförmig verengt, mit subapikaler Einschnürung und Querdepression, beim ♂ stärker entwickelt, Apikalrand breit gerundet, meist mit einer medianen Einbuchtung, Scheibe flach gewölbt, dicht punktiert, dicht mit feinen schuppenartigen Härchen bedeckt, die zur meist deutlich erhabenen Mittellinie gerichtet sind. Schildchen nicht sichtbar. Flügeldecken mäßig schlank, wenig breiter als der Halsschild, die Seiten gerade, Apex breit gerundet, Basalrand leicht aufgebogen, fein gekerbt-gezähnt, Absturz etwas hinter der Mitte beginnend, kurz abgewölbt; Flügeldeckenscheibe ohne ausgeprägte Punktstreifen, diese bestenfalls durch feine punktfreie Linien angedeutet, Zwischenräume breit und eben, unregelmäßig, mehrreihig dicht punktiert, im distalen Teil und auf dem Absturz oft mit Körnchenreihen, die ganzen Flügeldecken meist mit dicht gestellten gedrungenen Schüppchen bedeckt, die auf dem Absturz deutlicher hervortreten. Vorderhüften einander berührend, Vorderschienen distal erweitert, an der Außenkante gezähnt, Tarsenglieder zylindrisch.
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Abb. 1
In der Alten Welt weit verbreitet, auch in den Tropen, in der Neuen Welt auf die Nearktis beschränkt; in Europa 5 Arten.
#1
→ 1aFühlerkeule sehr groß, lang eiförmig, deutlich länger als der Schaft [Abb. 2] [Abb. 3]; Fühlergeißel 6-gliedrig. Größere Arten.
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 2-Fühlerkeule kleiner, so lang oder wenig länger als der Schaft; Fühlergeißel 5-gliedrig [Abb. 4]. Mittelgroße bis kleine Arten.
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Abb. 4
#1a
grandiclava Thoms., 1886Fundmeldungen🗺ColeowebSchenkel und Schienen dunkelbraun bis schwarz. Fühlerkeule lang eiförmig und scharf zugespitzt. Flügeldecken 1,66-1,76 mal so lang wie breit, an der Basis so breit wie der Halsschild. Stirn beim Weibchen lang bürstenartig behaart. Flügeldecken fein skulpturiert, Absturz mit den Körnchen auf den Zwischenräumen sehr fein (♀) bis kaum wahrnehmbar (♂). 2,5-3,3 mm [Abb. 5]. B: Brütet polygam in Prunus-Arten (avium, cerasus, domestica, persica) einerseits, Pinus-Arten (cembra, montana, montana pumilio, silvestris, strobus) andererseits, ausnahmsweise auch bei Picea excelsa. Brutbilder sehr variabel, 1 bis 2 Muttergänge, vorwiegend in Ästen und Zweigen, den Splint tief schürfend, Larvengänge lang, unregelmäßig, Puppenwiegen oft napfförmig im Splint. D: Mittel- und Nordeuropa. (=Pseudopolygraphus cembrae Seitner (1911))
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Abb. 5
proximus Blandford, 1894🗺Coleoweb-Beine gelbbraun. Fühlerkeule nur stumpf zugespitzt, Flügeldecken wenig breiter als der Halsschild und nur 1,53-1,65 mal so lang wie breit. Stirn beim Weibchen dicht, kurz kranzartig behaart. 2,5-3,5 mm. B: An Nadelhölzern: Abies (firma, holophylla, sachalinensis, veitchii), Picea (glehnii, jezoensis), Larix sibirica. D: Japan, Korea, Ostsibirien, Nordrussland.
#2
→ 3Fühlerkeule ziemlich lang und schmal mit einer Spitze in der Mitte [Abb. 6] [Abb. 4]; Vorderrand des Kopfschilds deutlich ausgebuchtet, Stirn nicht gedrängt punktiert, die Zwischenräume der Punkte fast so groß wie die Punkte [Abb. 7] [Abb. 8]. Die 3 ersten Zwischenräume auf dem Flügeldeckenabsturz 1-3reihig gekörnt. Die Schuppen der Flügeldecken 1,5-3 x so lang wie breit. Halsschild fein punktiert und leicht behaart. ♂: Stirn spärlich und kurz behaart mit 2 gut ausgebildeten Höckern [Abb. 1]; ♀: Stirn fast bürstenförmig behaart [Abb. 9].
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Abb. 6
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Abb. 4
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 1
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Abb. 9
→ 4-Fühlerkeule kurzoval, an der Spitze abgerundet oder mit sehr kurzer Spitze an der Außenseite. Vorderrand des Kopfschilds gerade oder nur sehr flach ausgebuchtet. Stirn sehr dicht, gedrängt punktiert, die Punkte dicht aneinanderliegend [Abb. 10].
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Abb. 10
#3
poligraphus (L., 1758)Fundmeldungen🗺ColeowebSchuppen auf den Flügeldecken locker angeordnet und 2,5-2,9 mal so lang wie breit [Abb. 11]. Aedoeagus [Abb. 12]. 1,8-3,0 mm [Abb. 13]. B: Entwicklung in Picea abies, Picea obovata, Pinus sylvestris, Pinus strobus; Primärschädling an Fichte und Kiefer. In Mitteleuropa mit zwei, in Nordeuropa mit einer Generation pro Jahr. D: Mittel- und Nordeuropa, Sibirien. In Mitteleuropa häufige und schädliche Art. (=rufipennis Kirby (1836)) (=punctifrons Thomson (1886))
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Abb. 11
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Abb. 12
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Abb. 13
griseus Eggers, 1923-Flügeldeckenschuppen viel dichter und unregelmässiger sitzend als bei poligraphus, wodurch diese Art einen anderen Glanz aufweist. Schuppen breiter, nur 1,5 mal so lang wie breit. 2,4-2,6 mm. B: An Picea obovata. D: Sehr wenig bekannte nordische Art. Bisher bekannt aus Schweden (Smäland) und Nordrussland.
#4
subopacus Thoms., 1871🗺ColeowebKlein: 1,7-2,3 mm. Stirn sehr fein und sehr dicht punktiert [Abb. 10], Fühlerkeule abgerundet [Abb. 14], Halsschild ohne Behaarung, nur mit Schuppen bedeckt. Flügeldeckenabsturz auf dem 2.Zwischenraum ohne Körnchen. Die Schuppen der Flügeldecken sind nur so lang wie breit. ♂: Halsschild matt, ♀: Stirn lang behaart, Halsschild mattglänzend. B: An Picea- und Pinus-Arten. In Mitteleuropa im Hochgebirge und in Torfmooren, nicht häufig. In Europa vorwiegend an Picea excelsa, seltener an Pinus silvestris, P. cembra, P. montana, P. strobus, ausnahmsweise an Abies pectinata. Rammelkammer und die von ihr ausgehenden sternförmig verteilten 4 bis 6 Muttergänge in der Rinde liegend, auf der Bastseite nur Fragmente derselben und die Enden der Larvengänge sichtbar. D: Mittel- und Nordeuropa, Sibirien. (=nanus Schedl (1954))
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Abb. 10
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Abb. 14
punctifrons Thoms., 1886🗺Coleoweb-Groß: 2,5-3,2 mm. Stirn sehr dicht und stark punktiert [Abb. 15], beim ♀ sehr spärlich behaart. Fühlerkeule oval mit kurzer Spitze an der Außenseite [Abb. 16]. Die 3 ersten Zwischenräume am Flügeldeckenabsturz 1- bis 3-reihig gekörnt. Die Schuppen der Flügeldecken deutlich länger als breit. B: An Picea- und Pinus-Arten. Befällt meist liegende Stämme. D: Sibirien und Nordeuropa, einzeln in Polen, in der Slowakei und Mähren (Hohe Tatra, Altvatergebirge). In [Abb. 16] ist die Fühlergeißel 6-gliedrig gezeichnet, entscheidend ist aber die Form des Keulengliedes. Vermutlich ein Fehler in der Darstellung, ich kenne die Art nicht.
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 16
Enthaltene Taxagrandiclava griseus poligraphus proximus punctifrons subopacus
Literaturverzeichnis
Schedl, K. E.(1954/55): Mitt. Münch. Ent. Ges. 44/45:3-25.
Lekander, M. (1959): Meddel. Skogsforkninsz. 48/49:1-127.
Pfeffer, A. (1994): Zentral- und westpaläarktische Borken- und Kernkäfer (Coleoptera: Scolytidae, Platypodidae). - Entomologica Basiliensia, 17:5-310 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Pfeffer1994 Scolytidae.pdf"
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 19.09.2023 - 14:00:02
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