Gattung Sphenophorus Schönh.

ColeopteraRhynchophoraCurculionidaeRhynchophorinae
Von Arved Lompe (n. A. Hoffmann, E. Reitter)Literaturverzeichnis ⇒
Langovale, flach gewölbte, bei flüchtiger Ansicht kahl erscheinende, schwarze, unausgefärbt ± rotbraune Arten von 6,5-15 mm. Rüssel lang, in der Endhälfte schlank, stielrund, zur Fühlereinlenkung verdickt, von dort zur Basis breiter. Halsschild länger als breit, in oder vor der Mitte am breitesten, bei unseren Arten fein und auf der Scheibe wenig gedrängt punktiert und mit punktfreier schmaler Mittellinie. Flügeldeckenbasis flach ausgerundet. Flügeldecken mit feinen, linienförmigen Streifen und sehr deutlich unregelmäßig 2- bis 3reihig punktierten Zwischenräumen. Die Larven entwickeln sich in den Wurzeln von Riedgräsern und Binsen, die langlebigen Käfer überwintern. 5 Arten in Europa.
#1
→ 1xDie Punkte auf Halsschild und Flügelecken bilden zum Teil große, flache Gruben [Abb. 1]. 8-11 mm. D: Eine aus der Neuen Welt inzwischen fast weltweit verschleppte Art, in der Paläarktis nach Asien, Nordafrika und Europa. In Nord- und Mittelamerika mit 5 Unterarten vertreten, von denen 2 auch aus Europa gemeldet werden. Die Unterscheidung ist diffizil.
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Abb. 1
→ 1a-Punktur der Oberseite normal, einfach [Abb. 2].
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Abb. 2
#1x
venatus venatus Say, 1831🗺ColeowebSeiten des Halsschilds mit kleinen, feinen, oft kaum sichtbaren Punkten [Abb. 3]; Dorsale und ventrale Oberflächen meist ohne wachsartige Beschichtung. B: In der Heimat an ·Cyperus·, ·Cynodon·, ·Scirpus· aber die adulten Tiere auch an Mais. D: Heimat: Nordamerika, Ostküste der USA nördlich Washington D.C.; bei uns von den Kanarischen Inseln (Gomera) gemeldet.
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Abb. 3
venatus vestitus Chittenden, 1904🗺Coleoweb-Unterscheidet sich von der Stammform durch die größere, dichtere Punktierung an den Seiten des Halsschilds und durch das meist beschichtete Mesoepimeron. D: Heimat: Ostküste der USA südlich Washington bis Texas. Bei uns in Frankreich (Korsika), Spanien, Marokko. Wohl nur im direkten Vergleich zu unterscheiden.
#1a
→ 2Punkte der Körperoberseite (Halsschild und Flügeldecken) ohne kurze Schuppenhaare oder diese sind viel kürzer als ein Punktdurchmesser [Abb. 4].
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Abb. 4
→ 3-Punkte der Körperoberseite mit deutlich sichtbaren kurzen Schuppenhaaren; meist deutlich länger als der Punktdurchmesser [Abb. 5]. Anmerkung: Die Tiere können wohl sehr alt werden und dann die Schüppchen größtenteils abgerieben sein; zudem sind an der Unterseite, auf dem dem Pygidium und am Absturz der Flügeldecken bei allen Arten kurze Schuppenhaare zu sehen. Das Merkmal ist also sehr kritisch zu prüfen.
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Abb. 5
#2
piceus (Pall., 1776)🗺ColeowebRüssel und Kopf zusammen länger als der Halsschild, oder Rüssel allein so lang wie der Halsschild (auf dem Bild durch die Perspektive nicht zu erkennen). Schwarz, oben etwas glänzend [Abb. 6]; Flügeldecken schwarz oder braun; Zwischenräume ungleichmäßig punktiert, aus feinen und etwas größeren Punkten bestehend, die in mehreren unregelmäßigen Reihen angeordnet sind. Etwas breiter als abbreviatus, zur Spitze in etwas breiterem Bogen als dort verengt. 11-14 mm. D: Wie abbreviatus verbreitet, könnte jedoch von Frankreich aus auch im Westen gefunden werden. Nach Hoffmann soll sich diese Art durch langen Rüssel von den anderen unterscheiden ("Rostre et tête réunis plus longs que le prothorax, ou rostre seul égal au prothorax."); ich kenne die Art nicht und habe bisher keine zutreffende Abbildung gesehen.
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Abb. 6
→ 2a-Rüssel und Kopf zusammen so lang wie der Halsschild, oder Rüssel allein kürzer als der Halsschild [Abb. 7].
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Abb. 7
#2a
parumpunctatus Gyllenhal, 1838Fundmeldungen🗺ColeowebZwischenräume mit sehr feinen, locker gestellten Punkten, die eine oder zwei undeutliche Reihen bilden [Abb. 8]; Schwarz, matt [Abb. 2]. Die Punkte am Flügeldeckenabfall tragen (von der Seite gesehen) sehr kurze, mikroskopisch kleine, graue Haare [Abb. 9]. 10-14 mm. D: Südeuropa; nach dem aktuellen Katalog nördlich bis Österreich.
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Abb. 8
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Abb. 2
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Abb. 9
-Zwischenräume der Flügeldecken mit groben Punkten, die auf den geraden Zwischenräumen deutlich dichter gestellt sind [Abb. 10]. Siehe striatopunctatus LZ >>>4
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Abb. 10
#3
→ 4Halsschild ziemlich dicht punktiert, mit einer mehr oder weniger deutlichen unpunktierten Mittellinie. Flügeldeckenstreifen mit weit auseinander liegenden Punkten. Der hornige Teil der Fühlerkeule ist etwas breiter als lang. Schenkel keulenförmig; Schienen schwarz, kurz und breit.
meridionalis Gyllenhal, 1838🗺Coleoweb-Halsschild dicht punktiert, mit einer ziemlich breiten, etwas erhabenen Mittellinie, die auf jeder Seite von ein oder zwei unpunktierten Flächen begleitet wird [Abb. 11]. Streifen dicht punktiert, die Punkte den Rand der Zwischenräume angreifend. Horniger Teil der Fühlerkeule länger als breit. Schenkel nicht keulenförmig, Schienen und Tarsen rotbraun, schlank. Aedoeagus [Abb. 12]. 6-8 mm.
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Abb. 11
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Abb. 12
#4
abbreviatus (F., 1787)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild an den Seiten etwas parallel, gröber punktiert [Abb. 13]. Das 2. Glied der Fühlergeißel deutlich länger als breit, beim ♀ auch die vorletzten länger als breit [Abb. 14], beim ♂ die vorletzten breiter als lang [Abb. 15]. Zwischenräume der Flügeldecken etwa gleich breit, ziemlich dicht punktiert [Abb. 5] und mit auffallend großen, schuppigen Haaren besetzt [Abb. 16] [Abb. 17]. Hinterschenkel ohne schrägen Eindruck in der Mitte ihres Außenrandes. Schwarz, Flügeldecken oft braun. Aedoeagus [Abb. 18]. 10-15mm. D: Vom Kaukasus westlich über den Mittelmeerraum, West- und Südeuropa sowie das südöstliche Mitteleuropa verbreitet, dort jedoch sehr selten und in neuerer Zeit gebietsweise verschwunden. Östliches Österreich, Tschechoslowakei, Schlesien; alte Angaben auch aus dem Mittelelbegebiet, der südlichen Mark Brandenburg und Thüringen.
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Abb. 13
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 5
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Abb. 16
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Abb. 17
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Abb. 18
striatopunctatus (Goeze, 1777)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschild seitlich gerundet, feiner punktiert [Abb. 19] . Das 2. Glied der Fühlergeißel kaum länger als breit, die vorletzten breiter als lang [Abb. 20]. Die geradzahligen Zwischenräume der Flügeldecken sind meist schmaler als die ungeraden, die letzteren weniger dicht gepunktet [Abb. 21] [Abb. 22]. Die Schüppchen in den Punkten sind sehr klein, aber bei stärkerer Vergrößerung und Beleuchtung von vorn gut sichtbar. Hinterschenkel auf der Mitte des Außenrandes mit einem leichten, schrägen Eindruck, der selten fehlt. 6,5-9 mm, unsere kleinste Art. B: An ·Scirpus lacustris·. D: Südeuropa und Mitteleuropa, bei uns verbreitet, fehlt jedoch im Flachland und wurde in weiten Teilen der Mitte in neuerer Zeit nicht mehr gefunden.
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Abb. 19
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Abb. 20
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Abb. 21
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Abb. 22
Enthaltene Taxaabbreviatus meridionalis parumpunctatus piceus striatopunctatus venatus
Literaturverzeichnis
Reitter, E. (1883): Über die Gattung Sphenophorus Schoenh. - Deutsche Entom. Zeitschr. 27:231-235 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Deutsche Entomologische Zeitschrift\Deutsche Entomologische Zeitschrift 27 1883.pdf" p. 231
Vaurie, P. (1951): Revision of the Genus Calendra (Formerly Sphenophorus) in the United States and Mexico (Coleoptera, Curculionidae) - Bulletin of the American Museum of Natural History 98(2):29-186 >>>"https://digitallibrary.amnh.org/bitstreams/b902e51a-6121-4fc0-9dd5-f28a8026f7ea/download" oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\_Neue Welt\Vaurie1951 Calendra (=Sphenophorus) USA Mexico.pdf"
Hoffmann, A. (1954): Coléoptères Curculionides (Deuxième Partie) - Faune de France 59 Nachdruck 1986 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Faune de France Curculionidae2.pdf" p. 1048
Erstellt am: 10.03.2022 · Letzte Aktualisierung: 21.07.2024 - 09:47:17
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