Gattung Tetrops Stephens, 1829 - Westpaläarktis

ColeopteraCerambycidaeLamiinae
Von Arved LompeLiteraturverzeichnis ⇒
Linnean Society London (o.J.): Abbildungen der Linné'schen Typen >>>https://linnean.access.preservica.com/uncategorized/IO_6706e515-44bd-409e-bde1-9b6c1b852ab1/
Augen vollständig geteilt. Klauen mit einem deutlichen Zahn. Halsschild vor dem Hinterrand mit einer +/- tiefen Querfurche. Flügeldeckenseiten parallel, am hinteren Nahtwinkel schräg abgestutzt verrundet. Die Arten wurden lange über die Färbung getrennt, das ist aber nur bedingt möglich. Nach der Entdeckung der unterschiedlichen Klauenbildung versuche ich jetzt eine Trennung ohne Genitalpräparation.
Hierher die kleinsten Bockkäfer in Europa und Kleinasien. Eine Revision der Gattung unter Einbeziehung der Typen und molekulargenetischer Daten ist dringend erforderlich.
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Die hier bis April 2025 als praeustus bezeichnete Art ist nach aktueller Auffassung peterkai.
Die Form gilvipes adlbaueri ist hier noch aufgeführt obwohl ich von ihrer Verschiedenheit von praeustus noch nicht überzeugt bin.
Die bei Kurzawa et al. als praeustus bezeichnete Form ist nach meiner Meinung peterkai, die als gilvipes adlbaueri bezeichnete Form ist praeustus.
#1
warnckei Holzschuh, 1977🗺ColeowebFlügeldecken ganz gelb, auch an der Spitze. Beine schwarz. Fühler gedrungen, Glied 8-10 nicht länger als breit. 4-5 mm. Ich kenne die Art nicht. B: An verschiedenen Laubhölzern. D: Türkei.
→ 2-Flügeldecken anders gefärbt. Zumindest die Vorderbeine gelb.
#2
gilvipes (Fald., 1837)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken schwarzbraun, Beine ganz gelb [Abb. 1]. Halsschild ziemlich dicht und grob punktiert mit braunen Haaren [Abb. 2]. Stammform. D: Südrußland, Kaukasusgebiet.
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Abb. 1
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Abb. 2
→ 3-Flügeldecken gelb mit geschwärzter Spitze.
#3
starkii (Chevrolat, 1859)Fundmeldungen🗺ColeowebBeine ganz gelb. Halsschild auch an den Seiten einfach lang behaart [Abb. 3]. Flügeldecken gelb mit dunklen Schultern [Abb. 4]; die Schwarzfärbung der Schultern kann sich als schwarze Seitenbinde bis vor die Spitze fortsetzen [Abb. 5]. Flügeldecken gröber punktiert [Abb. 6], etwas länger behaart, die schwarze Spitzenmakel nach vorne scharf begrenzt. 5-6 mm. ♂: Aedoeagus [Abb. 7]. ♀: Analsternit mit einer V-förmigen Einsenkung die in einer tiefen Quergrube mündet [Abb. 8]; auf der Innenseite ist diese Struktur von einem massiven Längskiel begleitet. Spermatheka [Abb. 9]. B: An Esche (·Fraxinus·). D: Europa.
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
→ 4 → 98-An den Beinen zumindest die Schenkel dunkel. Flügeldecken gelb, ohne dunklen Schulterstrich. Flügeldecken meist feiner punktiert [Abb. 10] als bei starkii, die Behaarung etwas kürzer, die schwarze Spitzenmakel nach vorne allmählich in die gelbe Grundfärbung übergehend. Zum nachfolgenden praeustus-Komplex siehe auch Anmerkung
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Abb. 10
#4
→ 5Fühler erreichen bei beiden Geschlechtern nicht das Ende der Flügeldecken.
praetermitus Sláma, 2020-Fühler erreichen beim ♂ das Ende der Flügeldecken [Abb. 11]. Das Letzte Glied der Fühler 1,55-1,66 x so lang wie das vorletzte, zugespitzt [Abb. 12]. D: Slowakei. Ich vermute, daß diese Form zu T. peterkai gehört und ein Synonym dazu ist. Siehe auch Anmerkungen LZ >>>99
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Abb. 11
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Abb. 12
#5
→ 6Halsschild an den Seiten neben der langen, lockeren Behaarung noch mit dichtgestellten, kürzeren Tomenthaaren besetzt; diese kurz, bürstenartig [Abb. 13] oder länger und wollig [Abb. 14], letzteres vor allem im Bereich der hinteren Querfurche.
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Abb. 13
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Abb. 14
→ 7-Halsschild an den Seiten auch im Bereich der hinteren, flachenoft nur angedeuteten Einschnürungsfurche einfach lang behaart [Abb. 2], höchstens mit vereinzelten kürzeren Härchen aber nicht auffällig kürzer oder dichter behaart. ♂: Aedoeagus und Parameren [Abb. 15]; Penisspitze etwa rechtwinkelig (~ 87°), Parameren breiter, an den Spitzen jeweils nur 2 längere Borsten sowie weitere feinere. ♀: Spermatheka kleiner als bei peterkai und wenig sklerotisiert [Abb. 16]. T. gilvipes und seine Formen nach Lazarev (l.c.). Bei den üblichen Fangmethoden sind die Haare oft verklebt und verformt, das Merkmal ist mitunter nur schwer zu beurteilen.
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Abb. 2
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Abb. 15
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Abb. 16
#6
peterkai Skorepa, 2020Fundmeldungen🗺ColeowebDie Behaarung der Halsschildseiten nicht so gleichmäßig, mehr wollig, besonders gut in der hinteren Halsschildfurche zu sehen [Abb. 14]; diese deutlich tiefer als bei praeustus und gilvipes. Fühler länger, das Endglied 1,4-1,55 x so lang wie das vorletzte [Abb. 17] und etwas zugespitzt. Klauen der Tarsen mit großem Innenzahn, der Spalt zur Klaue nur schmal [Abb. 18] [Abb. 19]. Flügeldecken mit deutlich seitlich vorstehenden Schultern, dahinter deutlich tailliert [Abb. 20]; kräftig gelb mit dunkler Spitze, Vorderkörper, Brust und Abdomen dunkel braunschwarz. Mittel- und Hinterbeine meist dunkel, zumindest die Schenkel; es kommen aber auch Tiere mit ganz gelben Beinen vor. 3-5 mm. ♂: Mittelschienen vor der Spitze mit deutlicher Verengung [Abb. 21], dort auf der Außenseite dichter beborstet. Aedoeagus und Parameren [Abb. 22] [Abb. 23]. Penisspitze spitzwinkelig (~ 66°), Parameren schlanker, an den Spitzen mit jeweils 3-5 langen, kräftigen Borsten und weiteren kürzeren. ♀: Analsternit am Hinterrand beim ♀ mit flacher Querfurche. Spermatheka größer als bei gilvipesund stark sklerotisiert [Abb. 24] [Abb. 25]. B: Sichere Meldungen durch Zucht von ·Frangula· (Faulbaum) und ·Salix· (Weide). D: Wohl in ganz Europa [Abb. 26]; vermutlich die häufigste Form des praeustus-Komplexes; in meiner Sammlung deutlich häufiger als praeustus. Nach Zamoroka & Zinenko (l.c.) auch nach Nordamerika verschleppt. Siehe auch Anmerkungen LZ >>>99
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Abb. 14
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
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Abb. 20
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Abb. 21
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Abb. 22
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Abb. 23
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Abb. 24
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Abb. 25
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Abb. 26
praeustus (L., 1758)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Die Behaarung der Halsschildseiten kurz bürstenartig [Abb. 13], in der wenig tiefen hinteren Querfurche nicht verdichtet. Fühler kürzer, das letzte Fühlerglied auch beim ♂ kurz, nur ~1,25 x so lang wie das vorletzte [Abb. 17]. Flügeldecken nach hinten gleichbreit, kaum tailliert, die Schultern seitlich nicht vorstehend. Klauen der Hintertarsen mit relativ kleinen Zähnchen und breitem Spalt [Abb. 27]. ♂: Mittelschienen vor der Spitze nur sehr wenig verengt [Abb. 28], außen dichter beborstet. Aedoeagus [Abb. 29]. ♀: Spermatheka schlank, kaum sklerotisiert [Abb. 30] B: Sichere Angaben zur Biologie durch Zucht kenne ich nicht; die Angaben zur Entwicklung in Rosaceen sind wohl auf diese Art zu beziehen. D: Vermutlich weit verbreitet in Europa. [Abb. 26]
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Abb. 13
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Abb. 17
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Abb. 27
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Abb. 28
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Abb. 29
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Abb. 30
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Abb. 26
#7
gilvipes (Fald., 1837)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild ziemlich dicht punktiert mit braunen Haaren. Flügeldecken schwarzbraun, Beine ganz gelb [Abb. 1]. Spermatheka [Abb. 31]. Klauen der Hintertarsen [Abb. 32] D: Südrußland, Kaukasusgebiet. Stammform.
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Abb. 1
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Abb. 31
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Abb. 32
gilvipes adlbaueri Lazarev, 2012Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschild spärlich punktiert und behaart; Halsschildmitte glänzend mit zerstreuten braunen Haaren. Flügeldecken gelb mit dunkler Spitze [Abb. 33], Vorderbeine gelb, Mittel- und Hinterbeine gelb mit teilweise dunklen Schenkeln; die dunkle Färbung kann auch auf die Schienen übergreifen. Klauen mit mittelgroßem Zahn, der Spalt zur eigentlichen Klaue kleiner als bei praeustus und weiter als bei peterkai [Abb. 34]. Fühler dicker als die von der Schmalseite betrachteten Hinterschienen [Abb. 35]. ♂: Aedoeagus und Parameren [Abb. 15]; Penisspitze etwa rechtwinkelig (~ 87°), Parameren weniger und kürzer beborstet wie bei praeustus. ♀: Spermatheka ähnlich wie bei praeustus, wenig sklerotisiert [Abb. 16] [Abb. 36] [Abb. 37] [Abb. 38]. 3-5,8 mm. B: Entwicklung in Rosaceae (·Rosa·, ·Crataegus·, ·Prunus·, ·Malus·). D: Westeuropa bis Turkmenien. Anmerkung: Nachdem Ähnlicheiten des Larventyps A sensu Svacha mit Larven des im Kaukasusgebiet heimischen gilvipes - der gelbe Beine und schwarze Flügeldecken besitzt - festgestellt wurde, hat Lazarev diese wie praeustus gefärbte Subspecies beschrieben, die sich von diesem auch durch in der Form von Aedoeagus und Spermatheka unterscheiden sollte. Ob diese Form von praestus tatsächlich spezifisch verschieden ist, müssen molekulargenetische Untersuchungen zeigen. Zumindest ist in der Darstellung der Untersuchungen von Zamoroka & Zinenko (l.c.) kein weiterer Cluster zu erkennen [Abb. 39].
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Abb. 33
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Abb. 34
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Abb. 35
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 36
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Abb. 37
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Abb. 38
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Abb. 39
gilvipes efetovi Lazarev, 2012🗺Coleoweb-Halsschild weniger dicht punktiert mit hellen Haaren. Flügeldecken von völlig braunschwarz bis gelb mit dunkler Spitze variierend, Beine völlig gelb. D: Eine Form (Population?) von der Krim.
gilvipes murzini Lazarev, 2012-Halsschild spärlich punktiert und behaart; Halsschildmitte glänzend mit zerstreuten hellen Haaren. Flügeldecken schwarz mit hellen Borsten, Beine völlig gelb. D: West-Turkmenien, Aserbeidschan, Iran.
gilvipes niger Kraatz, 1859🗺Coleoweb-Halsschild mit mäßig spärlicher Punktierung mit zahlreichen hellen Haaren. Flügeldecken normalerweise dunkelbraun oder fast schwarz mit relativ großer Punktur und hellen Haaren. Beine immer gelb. D: Westalpen, Meeralpen.
#98
Für die vormals als praeustus bezeichnete Form aus Mitteleuropa stehen im Moment (Mai 2025) 5 Namen zur Verfügung (in der Reihenfolge ihrer Beschreibung): - praeustus L., 1758 - gilvipes adlbaueri Lazarev, 2012 - gilvipes mikati Slama, 2019 - peterkai Skorepa, 2020 - praetermitus Slama, 2020 Die Stellung der einzelnen Taxa ist völlig unklar. Seit längerem ist auf Grund unterschiedlicher Larven bekannt, daß in Mitteleuropa - neben starkii aus Esche - 2 Tetrops-Arten in Rosaceen und anderen Laubhölzern vorkommen (Svácha l.c.), die sich bisher aber keinen zu trennenden Imaginalformen zuordnen ließen. Nach Kurzawa et. al. (l.c.) sollen die Larven Typ A zu gilvipes und die Larven Typ B zu praeustus gehören, allerdings haben sie peterkai Skorepa nicht berücksichtigt; nach ihrer Beschreibung und den abgebildeten Genitalien scheint es sich bei ihrem praeustus tatsächlich um peterkai Skorepa zu handeln. Svacha (l.c.) beschreibt als Brutpflanze für den Larventyp B unter anderem Frangulus. In der Folgezeit wurden die Pflanzen bevorzugt besammelt und Zuchten durchgeführt, was letztendlich zu einigen Beschreibungen von neuen Arten beziehungsweise Unterarten zu gilvipes führte, die aber alle keine zutreffenden Trennungsmerkmale zu praeustus aufzeigten. Erst Skorepa (l.c.) beschreibt mit peterkai eine neue Art und nennt zutreffende morphologische Unterschiede zu praeustus; seine Genitalabbildungen sind durch die Bearbeitung mit einem Bildbearbeitungsprofgramm allerdings wenig aussagekräftig. Sein abgebildetes ♂ Genital von peterkai [Abb. 40] ist meines Erachtens identisch ist mit dem von Kurzawa et al. als praeustus bezeichneten [Abb. 41]. Zamoroka & Zinenko (l.c.) haben kürzlich eine molekulargenetische Untersuchung zur Trennung von praeustus und peterkai publiziert. Leider haben Sie zur Trennung nach morphologischen Merkmalen keine eigenen Angaben gemacht, aber ihre Abbildung von T. peterkai zeigt durch rote Pfeile markiert die wesentlichen Merkmale zur Unterscheidung von praeustus. Ein Vergleich der Fühlerbildung mit der Abbildung eines Typusexemplars von Linné (Linnean Society London (l.c.)) bestätigt vorerst die Namensgebung [Abb. 42] [Abb. 17]. Ich habe um Bilder mit höherer Auflösung gebeten, damit der Typus eindeutig festgelegt werden kann. Nachdem so eine Trennung der beiden Arten peterkai und praeustus möglich war, habe ich in der Klauenbildung ein weiteres sehr sicheres Merkmal gefunden, das in beiden Geschlechtern eine eindeutige Trennung dieser beiden Arten ermöglicht >>>6
tetrops_peterkai-skorepa.jpg
Abb. 40
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Abb. 41
tetrops_praeustus_ht_f.jpg
Abb. 42
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Abb. 17
#99
Kürzlich wurden weitere Arten/Unterarten in dieser Gattung beschrieben; die Beschreibungen sind zum Teil sehr vage und nicht durch Abbildungen belegt, so daß eine Wiedererkennung kaum möglich ist. Vermutlich sind hier Variationen einzelner Populationen beschrieben.
gilvipes mikati Sláma, 2019-Sláma 2019 (l.c.) beschreibt eine Form die er zu gilvipesrechnet auf Grund einer Beborstung des Halsschilds, die bei normal gefangenen und präparierten Tieren wohl kaum zu erkennen ist, vielleicht bei frisch geschlüpften Exemplaren. Originaltext: "T. gilvipes has a longitudinal row of very short, dense setae on sides of pronotum above the pronotum bottom edge, which is likely to be one of principal characters of the species. These setae are not always easy to observe, since the specimens can be dirty, the setae on the pronotum can be glued together, the insect underside is frequently covered with glue, or the setae can be damaged in the course of the mounting process." Die Haare bei Tetrops sind sehr fragil und meist schon durch Fang und Abtöten in ihrer Anordnung gestört. Die Unterart soll sich von den anderen durch dickere und längere Haarborsten auf den Fühlern unterscheiden. Habitus [Abb. 43]. Das untersuchte und der Beschreibung zugrunde liegende Material stammt von einem Tag an einem Fundort. B: Auf ·Frangula alnus· gefangen. D: Slovakei.
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Abb. 43
praetermitus Sláma, 2020-Sláma 2020 (l.c.) beschreibt eine weitere Art die sich von praeustus durch kürzere und breitere Flügeldecken unterscheiden soll (hier: 2,2-2,4 x länger als an den Schultern breit; praeustus: 2,5-2,8 x länger als breit). Das letzte Fühlerglied länger als bei praeustus und zugespitzt. Ich halte das für eine Form des peterkai. B: Die untersuchten Tiere stammen alle aus einer Zucht aus Zweigen von ·Frangula alnus·. D: Böhmen.
Enthaltene Taxagilvipes peterkai praetermitus praeustus starkii warnckei
Literaturverzeichnis
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Svácha, P. (2001): Unterfamilie Lamiinae in: Klausnitzer (Hrsg.), Die Käfer Mitteleuropas - Larven Bd. 6, p. 293 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Svacha2001 Tetrops Larven.pdf"
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Skorepa, L. (2020): New species of the genus Tetrops Kirby, 1826 in Kirby & Spence 1826 (Coleoptera, Cerambycidae) from Central Europe - Humanity space International almanac, 9(5):563-570 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Skorepa2020 Tetrops peterkai.pdf"
Sláma, M. (2020): A new species of the genus Tetrops Kirby, 1826 (Coleoptera: Cerambycidae, Lamiinae) from Bohemia - Humanity space International almanac, 9(5):571-576 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Slama2020 Tetrops praetermitus.pdf"
Kurzawa, J. et al. (2020): New data about taxonomy and distribution of Tetrops gilvipes ssp. adlbaueri Lazarev, 2012 and Tetrops praeustus (Linnaeus, 1758). - Bytom - Jahrbuch des Naturmuseums, 26:1-20 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Kurzawa_et_al2020 Tetrops Polen de.pdf"
Zamoroka, A. & Zinenko, O. (2024): Taxonomic Position of Tetrops peterkai Skorepa, 2020 (Coleoptera: Cerambycidae) and its Cryptic Distribution - Journal of Vasyl Stefanyk Precarpathian National University. Biology 11:6-19 >>>https://www.researchgate.net/publication/387522606 oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Zamoroka&Zinenko2024 Tetrops peterkai.pdf"
Erstellt am: 16.06.2010 · Letzte Aktualisierung: 05.06.2025 - 12:46:20
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