Gattung Scydmaenus Latr.

ColeopteraPolyphagaTarsen-5-5-5Scydmaenidae
Von Arved Lompe (n. H. Franz & C. Besuchet)
Franz, H. & Besuchet, C. (1971): Scydmaenidae in Freude, Harde, Lohse - Käfer Mitteleuropas Bd.3 - Goecke & Evers, Krefeld p. 302 >>>"F:\taxa\coleo\scans\_FHL-03.tif"
Malzacher, P. (2021): Beitrag zu Taxonomie und Systematik der Europäischen Scydmaenus Arten (Coleoptera: Staphylinidae) - (in litteris, Publikation in Vorbereitung).
Die über die ganze Erde verbreitete Gattung zerfällt in eine Reihe von Subgenera. Allen gemeinsam sind die folgenden Merkmale. Die Fühler sind zwischen den Augen am Vorderrand des Kopfes eingefügt, an ihrer Wurzel nur um etwa 1/3 der Kopfbreite voneinander entfernt. 1. Fühlerglied an der Spitze tief ausgerandet, so daß die Fühler an der Wurzel des 2. Gliedes nach oben geknickt werden können [Abb. 1]. Augen weit nach vorne gerückt, flach, die Schläfen dem entsprechend lang. Meist bilden die 3 letzten Fühlerglieder eine deutlich abgesetzte Keule, in außereuropäischen Gebieten gibt es allerdings auch Vertreter der Gattung mit mehrgliedriger Fühlerkeule. Halsschild seitlich ganz ungerandet, in den Hinterwinkel ohne Fältchen, vor der Basis mit 4 Grübchen oder ohne solche. Flügeldecken oval, meist ziemlich stark gewölbt, das Pygidium nicht oder nur zum Teile bedeckend. Trochanteren der Hinterbeine sehr langgestreckt, die Schenkel an der Wurzel schlank, dann keulenfömig verdickt. Hier sind nur die in Mitteleuropa vorkommenden Formen berücksichtigt.
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Abb. 1
#1
tarsatus Müller & Kunze, 1822Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild vor der Basis mit 4 deutlichen Grübchen [Abb. 2], Flügeldecken mit wohlausgebildeter Basalgrube und Humeralfalte. Vorder- und Mitteltarsen des ♂ stark, die des ♀ schwach erweitert. Augen groß. Untergattung Scydmaenus s. str. Kopf und Halsschild kastanienbraun, Flügeldecken etwas heller, Extremitäten rotbraun gefärbt. Ziemlich dicht und etwas abstehend gelblich behaart [Abb. 3]. Augen groß, Schläfen wenig länger als der Augendurchmesser, Stirn und Scheitel gemeinsam flach gewölbt, glatt und glänzend. Halsschild so lang wie breit, seitlich stark gerundet, zum Vorderrande etwas stärker als zur Basis verengt, vor dieser mit 4 großen Grübchen. Flügeldecken oval, hinten einzeln flach abgerundet. Flügel voll entwickelt. Beine kräftig, ziemlich kurz. Aedoeagus [Abb. 4]. 2,0 bis 2,1 mm. Europa, Nordafrika, Kanaren, Vorderasien. Bei uns in moderndem Stroh, verrottenden Pflanzenresten und in Kompost.
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
→ 1a-Halsschild vor der Basis ohne Grübchen [Abb. 5], Flügeldecken an der Basis flach niedergedrückt, ohne Basalgrube. Vorder- und Mitteltarsen in beiden Geschlechtern einfach oder beim ♂ schwach erweitert. Augen ziemlich klein. Hell gelbrot gefärbte Arten. Untergattung Cholerus Thoms.
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Abb. 5
#1a
rufus Müll.Kunze, 1822Fundmeldungen🗺ColeowebKleinere Art, 1,4 mm [Abb. 6]. Oberrand der Augen bei seitlicher Betrachtung über oder in Höhe der Fühlereinlenkung gelegen [Abb. 7]. Die ganze Oberseite stark glänzend, fein und anliegend behaart. Kopf breiter als lang, in beiden Geschlechtern gleich geformt, Scheitel beim ♂ nicht eingedrückt oder tief ausgehöhlt. Fühler relativ kurz, nur wenig länger als Kopf und Halsschild zusammengenommen. Dieser kaum länger als breit, fein, die Flügeldecken gröber punktiert, mit deutlicher Schulterbeule. ♂: Vordertarsen schwach erweitert; Aedoeagus [Abb. 8] [Abb. 9]. Europa, Algier, Kaukasus, Vorderasien. In trockenem Mist und Kompost, auch in morschem Holz, oft bei Ameisen.
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
→ 2-Größere Arten, 1,6-1,9 mm. Fühler gestreckter. Der Kopf beim ♂ am Scheitel tief ausgehöhlt oder eingedrückt. Halsschild gestreckter. Beim ♀ die Augen bei seitlicher Betrachtung unter dem Niveau der Fühlereinlenkung gelegen [Abb. 10].
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Abb. 10
#2
perrisi Rtt., 1881Fundmeldungen🗺ColeowebKopf in beiden Geschlechtern schmäler als der Halsschild und nach hinten deutlich verengt, mit wenig abgerundeten Hinterecken. Scheitlelfläche des Kopfes beim ♀etwa so breit wie lang [Abb. 11]. Beim ♂ der Scheitel breit eingedrückt, hinten ausgerandet und vor der Ausrandung in ein Höckerchen erhoben [Abb. 12]. Aedoeagus [Abb. 13] [Abb. 14]. Europa, bis Südschweden. Bei Ameisen.
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Abb. 11
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Abb. 12
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Abb. 13
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Abb. 14
hellwigii (Hbst., 1792)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Kopf beim ♂ hinten breiter als der Halsschild [Abb. 15], nach hinten erweitert, mit sehr tief ausgehöhltem Scheitel [Abb. 16], beim ♀ wenig schmäler als der Halsschild, nach hinten kaum verengt, die Scheitelfläche deutlich breiter als lang [Abb. 17]. Oberrand der Augen bei seitlicher Betrachtung unter oder in Höhe der Fühlereinlenkung gelegen. Aedoeagus [Abb. 18]. Europa, bis in den Hohen Norden; In Deutschland neuere Funde im Südwesten und im Osten. Bei Ameisen.
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 17
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Abb. 18
cornutus Motschulsky, 1844🗺Coleoweb-Im Mediterrangebiet kommt noch eine weitere Cholerus-Art vor. Dieselbe ist dem hellwigii ähnlich, aber etwas kleiner (1,5 mm), Kopf kleiner, Fühler kürzer, die Bildung des Scheitels beim ♂ anders, die ganze Oberseite weniger stark glänzend. Die Schläfen sind nicht wie bei hellwigii in eine Seiten- und Hinterwand gesondert, sondern zeigen in einiger Entfernung hinter den Augen nur eine sehr stumpfe, kurze und schräge Kante, über der sich ein ziemlich großes, seitenständiges Grübchen befindet, welches der Aushöhlung der Hinterwand bei hellwigii entspricht. Über dem Seitengrübchen erscheinen die Schläfen bei seitlicher Ansicht nach hinten in ein mit der Spitze nach oben und vorn gekrümmtes Horn ausgezogen. Vom Vordorrande der Scheitelaushöhlung springen über dieselbe drei horizontal nach hinten gerichtete Zähne vor. Der mittlere Zahn ist tiefer eingesenkt und in eine lange Spitze ausgezogen, dornförmig, die seitlichen Zähne sind kurz und an der Spitze dicht büschelig behaart. Zwischen den Fühlern ist die Stirn nach vorn nur kurz und stumpf gerundet vorgezogen.
Enthaltene Taxacornutus hellwigii perrisi rufus tarsatus
Erstellt am: 05.08.2011 · Letzte Aktualisierung: 27.06.2022 - 01:16:42
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