Gattung Smicronyx Schoenherr.

ColeopteraRhynchophoraCurculionidae_kippenbergNotarinae
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse)
Dieckmann, L. (1990): Revision der Smicronyx reichi-Gmppe (Coleóptera, Curculionidae) - Beiträge zur Entomologie, 40:279-286 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Dieckmann1990 Smicronyx reichii.pdf"
Haran, J. et al. (2017): A review of Smicronyx Schoenherr (Coleoptera, Curculionidae) of Israel, with description of two new species - Zootaxa, 4237(1):17-40 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Haran_et_al2017 Smicronyx Israel.pdf"
Fühler mit 7-gliedriger Geißel, Schenkel ungezähnt, Rüssel gebogen, so lang wie Kopf und Halsschild zusammen oder etwas kürzer, beim ♂ matter und etwas kürzer als beim ♀ und die Fühlereinlenkung näher zur Rüsselspitze gelegen. Unsere Arten sind ganz schwarz, spärlich oder dicht hell beschuppt, die Beschuppung oft umfangreich abgerieben. Die Arten leben mit Ausnahme des an Gentianaceen gebundenen reichi an Cuscuta-Arten (Seide); die Larven entwickeln sich in den Stengeln und bilden Stengelgallen, die Verpuppung erfolgt im Boden. Die Käfer sind bei gezielter Suche an ihren Entwicklungspflanzen vom späten Frühjahr bis in den Herbst recht regelmäßig anzutreffen. Meines Erachtens muß die Gattung revidiert werden.
#1
→ 2Halsschildscheibe punktiert, seine Oberfläche eben und glatt oder mit netzartiger bis schuppiger Mikroskulptur zwischen den Punkten.
→ 5-Halsschildscheibe mit Körnchen besetzt (bei wechselnder Beleuchtung betrachten); brevicornis, dessen Oberseitenskulptur wegen der dichten Beschuppung schlecht erkennbar ist, wird doppelt berücksichtigt.
#2
coecus (Reich, 1797)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild und Flügeldecken wenig dicht mit hinfälligen weißen Härchen und Schuppen besetzt, Oberfläche oft umfangreich kahl erscheinend [Abb. 1]. Halsschild glatt oder fein mikroskulptiert, aber immer glänzend [Abb. 2]. Vorderschenkel mit einem kleinen Zähnchen vor der Einbuchtung an der Spitze [Abb. 3]. Beschuppung der Unterseite einschließlich des Analsegments aus kurzovalen oder fast runden Schuppen bestehend. Rüssel stark gebogen. Halsschildseiten stark gerundet, größte Breite der gewölbten Flügeldecken in deren Mitte; Klauen ungleich lang, die vordere (innere) Klaue kürzer. Penis [Abb. 4]; Spermatheka [Abb. 5]. 1,2-2,2 mm. Süd- und Mitteleuropa; in Mitteleuropa weit verbreitet und wohl überall zu finden; im Süden und in der Mitte seltener, im Norden weniger selten als jungermanniae. An ·Cuscuta epithymum· und ·Cuscuta europaea·.
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
→ 3-Oberseite meist dichter, zweifarbig beschuppt, doch können gealterte deflorierte Stücke kahl erscheinen und die Beschuppung verblichen sein. Vorderschenkel ohne oder nur mit einem undeutlichen Zähnchen vor der Einbuchtung an der Spitze. Bei Tieren die auf der Unterseite schmale längliche Schuppen zwischen den sonst überwiegend ovalen Schuppen besonders in der Mitte des 1. Sternits erkennen lassen folge man dieser Leitzahl.
#3
smreczynskii Sol., 1952🗺ColeowebKörper breiter und stärker gewölbt. Halsschild stärker quer, seitlich mehr gerundet und nach vorn stärker verengt. Flügeldecken an ihrer hinter der Mitte gelegenen breitesten Stelle deutlich breiter als an den Schultern, etwa 1,33 x so lang wie dort breit. Die hellen Schuppen breiter als bei jungermanniae. Die wenig dichte Beschuppung des Halsschilds läßt den Grund stets gut erkennen. Deflorierte Stücke können dem coecus ähnlich werden, haben aber einen weniger gebogenen Rüssel und etwa gleichlange Klauen. Beschuppung der Unterseite besteht aus sehr kurzovalen Schuppen, zwischen die feinere Schuppenhaare eingesprengt sind. Penis [Abb. 6] [Abb. 7]. 2-2,2 mm. In Europa weit verbreitet und von Bulgarien und Jugoslawien bis zum Elsaß, von Norditalien bis Dänemark und Südschweden festgestellt. In Mitteleuropa aus fast allen Gebieten des Südens und der Mitte gemeldet, jedoch offenbar nur in Tallagen. Scheint im Gebirge zu fehlen. Als Entwicklungspflanze wird ·Cuscuta europaea· angegeben, vorzugsweise an kälteren Habitaten.
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Abb. 6
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Abb. 7
→ 4-Halsschild schwächer quer, Flügeldecken länger oval, wenig gewölbt. Beschuppung der Unterseite besteht aus ovalen Schuppen, zwischen die langovale, aber nicht haarförmige Schuppen eingestreut sein können.
#4
jungermanniae (Reich, 1797)Fundmeldungen🗺ColeowebRüssel gleichmäßig gekrümmt. Fühler von normaler Länge, das 2. Geißelglied deutlich länger als breit, nur die letzten 2 Geißelglieder deutlich quer [Abb. 8]. Halsschild zwischen den Punkten mikroskulptiert [Abb. 9]. Die Oberseitebedeckung besteht aus länglichen hellen Schuppen, die eine verschwommene fleckige Zeichnung bilden [Abb. 10], und etwas gestreckteren bräunlichen Schuppen. Bei frischen Stücken läßt sich auf jedem Flügeldeckenzwischenraum eine Reihe feiner, etwas aufgerichteter Schuppenhaare erkennen. Auf der Unterseite lassen sich schmale längliche Schuppen zwischen den sonst überwiegend ovalen Schuppen besonders in der Mitte des 1. Sternits gut erkennen. Penis [Abb. 11]. 1,8-2,1 mm. In Europa weit verbreitet, doch sind ältere Fundangaben wegen der Vermengung mit früher unbekannten anderen Arten nicht verwertbar. In Mitteleuropa zumindest in der Mitte und im Süden die häufigste Art. An ·Cuscuta europaea· und ·Cuscuta epithymum·.
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Abb. 8
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Abb. 9
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Abb. 10
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Abb. 11
-Mit jungermanniae weitgehend übereinstimmend, aber die Fühler kurz und gedrungen, die Geißelglieder schon vom 2. an quer [Abb. 12]. Die körnige Halsschildskulptur dieser Art in der dichten und etwas rauhen Beschuppung schlecht erkennbar [Abb. 13]. Die Beschuppung der Unterseite fast einheitlich aus ovalen Schuppen bestehend, schmale, längliche Schuppen fehlen (fast) ganz. Siehe brevicornis Solari LZ >>>6
Bild fehlt:
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Abb. 12
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Abb. 13
#5
nebulosus Tourn., 1874🗺ColeowebRüssel in Seitenansicht sehr schwach gebogen, fast gerade. Oberseite einfarbig weißlich beschuppt, mit spärlicheren länglichovalen Schuppen, die den Grund nicht decken, und dazwischen mit schmalen, fast haarförmigen, nicht abstehenden Schuppen, die oft als feine Reihe auf jedem Zwischenraum angeordnet sind. Unterseite mit elliptischen Schuppen besetzt. Fühler und Körperform ähnlich jungermanniae, Halsschild kaum quer, seitlich mäßig gerundet, nach vorn stärker verengt. 1,6-2 mm. Vom Kaukasus und Kleinasien über fast ganz Südeuropa verbreitet; in Mitteleuropa bisher im Burgenland, der Schweiz und im Rheinland gefunden und sicherlich auch noch an weiteren Wärmestellen bei uns aufzufinden. An ·Cuscuta epithymum· und ·Cuscuta europaea·.
→ 6-Rüssel kräftig gebogen. Oberseite zweifarbig beschuppt mit kürzer ovalen eng anliegenden und haarförmigen, deutlich etwas abstehenden Schuppen, die jedoch nur bei gut erhaltenen Stücken erkennbar sind.
#6
syriacus Faust, 1887Fundmeldungen🗺ColeowebFühlergeißel kurz, ihr 2. Glied schwach quer und etwa wie das 3. gebildet, Glied 7 stark quer, so daß die schlanke Fühlerkeule nicht deutlich abgesetzt ist. Fühlerkeule doppelt so lang wie breit [Abb. 14] [Abb. 12]. Oberseite dicht beschuppt [Abb. 15], die Schuppen zum Teil weißlich, zum Teil bräunlich gelb, von länglichovaler Form. Daneben auf jedem Zwischenraum eine Reihe langgestreckter, haarförmiger Schuppen erkennbar. Halsschild [Abb. 13]. Unterseite mit kurzovalen oder etwas tropfenförmigen Schuppen. Penis querüber auf der Dorsalseite vollständig chitinisiert [Abb. 16]. 1,8-2 mm. Vom Kaukasus und Kleinasien über den gesamten Mittelmeerraum bis Nordafrika verbreitet; in Mitteleuropa im Burgenland und der Slowakei sowie in der Schweiz gefunden. Da die Art auch im nördlichen und nordöstlichen Frankreich vorkommt, dürfte sie auch im westlichen Mitteleuropa zu finden sein. An ·Cuscuta·-Arten. (brevicornis Solari, 1952) Ich habe ein Tier aus Rumänien das ich für diese Art halte; zusammen mit jungemanniae und coecus an einer Seide auf Luzerne.
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Abb. 14
Bild fehlt:
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Abb. 12
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Abb. 15
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Abb. 13
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Abb. 16
→ 7-Fühler länger, die Keule stärker gegen das letzte Geißelglied abgesetzt [Abb. 17]. Glied 2 der Geißel so lang wie breit, deutlich länger als Glied 3 [Abb. 18]. Halsschild kräftiger und dichter als bei brevicornis gekörnt. Hierher 3 Arten die Dieckmann (l.c.) erst 1990 wieder getrennt hat.
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Abb. 17
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Abb. 18
#7
funebris Tournier, 1874🗺ColeowebRüssel im jeweiligen Geschlecht länger und dünner, im Durchschnitt beim ♂ 1,22 mal, beim ♀ 1,26 mal so lang wie der Halsschild; Fühler und Beine etwas länger; Penis größer (gemessen an gleich großen Exemplaren) [Abb. 19]; Körper durchschnittlich größer; 2-2,35 mm; auf ·Centaurium·-Arten. Westliches Mittelmeergebiet.
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Abb. 19
→ 8-Rüssel im jeweiligen Geschlecht kürzer und dicker, im Durchschnitt beim ♂ 1,15 mal, beim ♀ 1,17 mal so lang wie der Halsschild; Fühler und Beine etwas kürzer; Penis kleiner [Abb. 20]; Körper durchschnittlich kleiner; 1,65-2,3 mm.
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Abb. 20
#8
reichii (Gyll., 1836)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken etwas schmaler, in der vorderen Hälfte parallelseitig [Abb. 21], dichter mit größeren, ovalen, weißen und dunklen Schuppen bedeckt, auf einem Zwischenraum durchschnittlich 2 Schuppen nebeneinander liegend, Oberseite durch die hell-dunkle Beschuppung meist marmoriert erscheinend. Habitus [Abb. 22]. Dorsalseite des Penis mit chitinisierten Seitenstreifen, die Längsmitte weichhäutig [Abb. 23]. 1,65-2,3 mm; auf ·Centaurium·-Arten. (? seriepilosus Tourn.)
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Abb. 21
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Abb. 22
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Abb. 23
swertiae Voss, 1953🗺Coleoweb-Flügeldecken breiter, mit schwach gerundeten Seiten, größte Breite in oder etwas vor der Mitte [Abb. 24]; weitläufig mit viel kleineren, langovalen bis schmalen, weißen und wenigen unauffälligen dunklen Schuppen bedeckt, auf einem Zwischenraum durchschnittlich 3 Schuppen nebeneinander liegend, Oberseite durch die spärliche feine Beschuppung einheitlich schwarz bis grauschwarz aussehend; 1,7-2,1 mm; auf ·Swertia·- und ·Gentiana·-Arten.
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Abb. 24
Enthaltene Taxacoecus funebris jungermanniae nebulosus reichii smreczynskii swertiae syriacus
Erstellt am: 11.06.2014 · Letzte Aktualisierung: 19.06.2020 - 01:13:09
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