Familie Curculionidae

ColeopteraRhynchophora
Von Arved Lompe (n. H. Kippenberg)
Bestimmungstabelle der Unterfamilien ohne Berücksichtigung der Verwandtschaft. Mit einbezogen sind auch die inzwischen als eigenständige Familien abgetrennten Formen. - Für Anfänger ist der Einstieg in diese Familie(ngruppe) nicht immer einfach. Die Tabelle von Kippenberg ist daher nach 'praktischen' Gesichtspunkten aufgebaut und somit nur für den mitteleuropäischen Artenbestand anwendbar; die Tabelle von Reitter dagegen vermittelt eine bessere Übersicht über die grundsätzliche systematische Gliederung dieser großen Familie. Siehe ...Curculionidae
#1
→ 2Augen fehlend oder verkümmert.
→ 3-Augen normal ausgebildet.
#2
Troglorhynchus SchmidtFühlergruben von oben größtenteils sichtbar, an der Fühlereinlenkung vertieft:(Otiorhynchinae) Gattung
Raymondionyminae-Fühlergruben von oben nicht sichtbar.
#3
AnoplinaeKlauenglieder nicht vorhanden (kleine, schwarze Arten unter 3 mm Länge).
→ 4-Klauenglieder vorhanden.
#4
→ 14Fühler deutlich gekniet.
→ 5-Fühler nicht oder nur undeutlich gekniet.
#5
BrachycerinaeHalsschild mit groben Längsschwielen; Flügeldecken verwachsen und dicht mit groben, noppenförmigen Beulen besetzt; größer als 6mm.
→ 6-Oberseite ohne grobe Schwielen und Beulen.
#6
Chlorophanus GermarOberseite zumindest stellenweise mit gelbgrünen Haarschuppen. Vorderrand des Halsschilds an den Seiten mit langen Haarfransen. Größer als 7 mm. (Tanymecinae)
→ 7-Oberseite ohne gelbgrüne Haarschuppen.
#7
→ 8Außenkanten der Vorderschienen in einen gebogenen Dorn oder Haken verlängert.
→ 12-Außenkanten der Vorderschienen nicht dorn- oder hakenfärmig verlängert.
#8
→ 9Klauen an der Basis frei.
→ 10-Klauen an der Basis verwachsen (Vorsicht: manchmal nur etwas verbunden).
#9
Rhamphus Clairv.Käfer mit Sprungvermögen, Hinterschenkel stark verdickt; Rüssel in Ruhelage an die Vorderbrust angelegt; Größe 1,3-2 mm. (Rhynchaeninae)
Magdalis Schoenherr-Hinterschenkel nicht verdickt; größer als 3 mm. (Pissodinae)
#10
CleoninaeSchienen am Innenrand glatt.
→ 11-Schienen am Innenrand gezähnelt.
#11
ApoderinaeKopf mit langen Schläfen, die zum Halsschild hin glockenförmig eingeschnürt sind, Schläfen länger als der Rüssel.
Attelabinae-Schläfen zum Halsschild nicht verengt, kürzer als der Rüssel.
#12
ApionidaeTrochanteren groß, Schenkel an ihrer Spitze angefügt; Seitenrand der Flügeldecken meist deutlich gerundet, Flügeldecken daher annähernd ei- oder birnenförmig; Größe 1,2-4,5 mm.
→ 13-Trochanteren klein, normal, zusammen mit den Schenkel an der Hüften aufsitzend; Seitenrand der Flügeldecken in der vorderen Hälfte gerade, Schultern stets kräftig ausgebildet, daher Flügeldecken mindestens in der vorderen Hälfte angenähert rechteckig.
#13
RhinomacerinaeFlügeldecken verworren punktiert, ohne Naht- oder Seitenrandpunktstreifen; vom Rüssel abgesetzte Oberlippe vorhanden. (= Nemonychinae)
Rhynchitinae-Nahtstreifen mindestens in der hinteren Flügeldeckenhälfte vorhanden, Oberlippe fehlt.
#14
→ 15Fühlergruben von oben vollständig sichtbar, an der Fühlereinlenkung vertieft, in der Regel danach verflacht und nicht scharf rinnenförmig, Außenrand der Fühlergrube vorne häufig ohrenförmig erweitert.
→ 19-Fühlergruben gänzlich oder größtenteils an den Seiten des Rüssels gelegen, im allgemeinen mindestens in der vorderen Hälfte rinnenförmig, dort mitunter vollständig von oben sichtbar.
#15
Apsis Germar, 1820Augen auf der Oberseite des Kopfes, Innenrand der Augen einander berührend. (Tanyrhynchinae) (Myorhinus Schoenherr )
→ 16-Augen seitlich des Kopfes, weit voneinander entfernt.
#16
OtiorhynchinaeKlauen nicht verwachsen.
→ 17-Klauen verwachsen.
#17
Phyllobius Schoenherr.Schultern gewinkelt. (Otiorhynchinae)
→ 18-Schultern stark verrundet, ohne Ecke.
#18
Brachyderes SchoenherrFühlergeißel schnurförmig, schlank, Geißelglieder stets nahezu doppelt so lang wie breit oder länger; größer als 7 mm. (Brachyderinae)
Otiorhynchinae-Glieder der Fühlergeißel breiter, nicht alle Glieder nahezu doppelt so lang wie breit; kleiner als 7 mm.
#19
RhynchophorinaeSchienen mit Punktreihen; Fühler unter einer Rüsselverdickung nahe der Basis eingelenkt, Fühlerschaft den Hinterrand der Augen überragend; Pygidium frei. (= Calandrini s. Reitter)
→ 20-Schienen nicht oder verworren punktiert.
#20
→ 21Außen(!)kanten der Vorderschienen in einen Dornfortsatz oder Haken verlängert; bei Coryssomerus der Haken meist in der Mitte der Schienenspitze.
→ 29-Außenkanten der Vorderschienen nicht dornen- oder hakenförmig verlängert, aber die Innenkanten der Schienen teilweise mit Dornen oder Haken.
#21
TanysphyrinaeKlauenglieder kurz, nur die Klauen überragen das 3. Tarsenglied; Größe 1,4-1,8 mm.
→ 22-Klauenglieder normal, das 3. Tarsenglied deutlich überragend.
#22
→ 23Rüssel in Ruhelage +/- an die Vorderbrust angelegt [Abb. 1] [Abb. 2].
gasterocercus_depressirostris_sa.jpg
Abb. 1
coryssomerus_capucinus_sa.jpg
Abb. 2
→ 25-Rüssel in Ruhelage nicht an die Vorderbrust angelegt. Für Ungeübte ist das Merkmal am präparierten Tier mitunter nicht leicht zu erkennen.
#23
RhynchaeninaeKäfer mit Sprungvermögen, Hinterschenkel verdickt, Augen auf der Stirn genähert [Abb. 3].
rhynchaenus_quercus_hab.jpg
Abb. 3
→ 24-Käfer ohne Sprungvermögen.
#24
ZygopinaeEpimeren der Vorderbrust von oben sichtbar; Pygidium unbedeckt; Augen auf der Stirn genähert [Abb. 4].
coryssomerus_capucinus_hab.jpg
Abb. 4
Cryptorhynchinae-Epimeren der Vorderbrust von oben nicht sichtbar; Pygidium bedeckt; Arten häufig mit aufstehenden Haar- oder Schuppenbüscheln.
#25
AcicnemidinaeOberseite fleckig beschuppt und mit verschiedenfarbigen, aufrecht stehenden, großen Schuppen besetzt; Fühler vor der Rüsselmitte eingelenkt; Schenkel mit großem, scharfkantigem Zahn. (= Trachodinae)
→ 26-Oberseite ohne aufrechtstehende verschiedenfarbige Schuppen.
#26
Pissodes GermarOberseite verschiedenfarbig (anliegend) beschuppt mit Flecken- oder Bindenzeichnung. (Pissodinae)
→ 27-Oberseite kahl oder einfarbig beschuppt oder beborstet.
#27
Magdalis SchoenherrHinterecken des Halsschilds spitzwinkelig [Abb. 5]. (Pissodinae)
magdalis_memnonia_hab.jpg
Abb. 5
→ 28-Hinterecken stumpfwinkelig oder verrundet.
#28
Echinomorphus Fauvel, 1889Oberseite und Beine behaart und mit lang aufstehenden, gekeulten Borsten besetzt; Kopf bis an den Hinterrand der Augen in den Halsschild eingezogen. (Hylobiinae)
Cossoninae-Oberseite kahl oder spärlich behaart, selten aufstehend beborstet, dann Augen vom Vorderrand des Halsschilds entfernt stehend; xyhlophage Arten, die im Habitus häufig an Borkenkäfer erinnern.
#29
→ 30Rüssel kurz und breit, weniger als 1,5 x so lang wie an der breitesten Stelle breit (von oben betrachtet).
→ 38-Rüssel länger, mindestens 1,5 x so lang wie an der breitesten Stelle breit.
#30
TanymecinaeVorderrand des Halsschilds an den Seiten mit langen Haarfransen, die mindestens so lang sind wie der halbe Augendurchmesser; Klauen frei oder verwachsen.
→ 31-Vorderrand des Halsschilds höchstens mit kurzen Haaren gesäumt, die nicht so lang sind wie der halbe Augendurchmesser.
#31
→ 32Klauen an der Basis freistehend, nicht verwachsen.
→ 34-Klauen an der Basis verwachsen.
#32
Trachyphloeus Germ.Fühlerfurche nach hinten auf das Auge zu verlaufend. (Otiorhynchinae)
→ 33-Fühlerfurche vor dem Auge nach unten abbiegend oder höchstens auf den unteren Rand des Auges gerichtet.
#33
Stenopelmus SchönherrKleiner als 2 mm; Rüssel löffelförmig mit geschwungenen Seiten, zur Basis verengt; Fühler etwa in der Mittel des Rüssels eingelenkt. (Stenopelminae)
Brachyderinae-Größer als 2 mm; Rüssel mit geraden Seiten, rechteckig oder trapezförmig zur Basis erweitert; oder Rüssel mit geschwungenen Seiten, dann Fühler vor der Mittel eingelenkt.
#34
CleoninaeAugen (von der Seiten gesehen) bis zum Unterrand des Rüssels reichend, durch die nach unten verlängerte Spitze nieren- oder tropfenförmig bis fast dreieckig.
→ 35-Augen mindestens um den halben Augendurchmesser vom Unterrand entfernt, rund oder kurz oval.
#35
BrachyderinaeFühlerfurche vor dem Auge nach unten gebogen oder höchstens auf den unteren Augenrand gerichtet.
→ 36-Fühlerfurche nach hinten auf das Auge zu gerichtet.
#36
Strophomorphus Seidl.Augen von oben gesehen unsymmetrisch konisch vorgewölbt. (Brachyderinae)
→ 37-Augen gleichmäßig gewölbt oder abgeflacht, von oben gesehen keinen stumpfen Konus bildend.
#37
Trachyphloeus Germ.Rüssel nicht länger als breit; letztes Glied der Fühlergeißel fast doppelt so breit wie lang. (Otiorhynchinae)
Tropiphorus Schoenherr-Rüssel länger als breit; letztes Glieder der Fühlergeißel so lang wie breit oder länger. (Leptopiinae)
#38
→ 39Klauen an der Basis verwachsen.
→ 43-Klauen an der Basis frei oder nur 1 Klaue vorhanden.
#39
→ 40Fühlergeißel 6-7-gliedrig.
→ 42-Fühlergeißel 5-gliedrig.
#40
Smicronyx Schoenherr.Kleiner als 2,5 mm; Rüssel länger als der Halsschild. (Notarinae)
→ 41-Größer als 4 mm.
#41
Tropiphorus SchoenherrAugen (von der Seiten gesehen) nicht bis zum Unterrand des Rüssels verlängert; Fühlerfurche zu den Augen verlaufend, ihr Oberrand nicht tiefer als auf die Mittel des Auges gerichtet; kleiner als 7 mm. Unterfamilie Leptopiinae
Cleoninae-Augen (von der Seiten gesehen) bis zum Unterrand des Rüssels reichend; Fühlerfurche vor dem Auge nach unten gebogen, ihr Oberrand höchstens auf den Unterrand des Auges gerichtet; meist größer als 7 mm.
#42
Nanophyes SchoenherrTrochanteren groß, Schenkel an ihrer Spitze angefügt; Basalrand der Flügeldecken mit fein gekerbter Leiste; die 3 Glieder der Fühlerkeule locker aneinander gefügt, nicht verwachsen; Größe 1,5-2,6 mm. (Apionidae)
Mecininae-Trochanteren klein, normal, im inneren Basalwinkel zwischen Hüften und Schenkel angefügt; Flügeldeckenbasis ohne erhabene Randkante; Fühlerkeule verwachsen; Größe 1,6-5,5 mm.
#43
MecininaeFühlergeißel 5-gliedrig; Körper rundlich bis oval; G. Miarus Schoenherr und Stereonychus Suffrian.
→ 44-Fühlergeißel 6- oder 7-gliedrig.
#44
RhytirrhininaeHalsschild uneben mit breiter Mittelfurche und groben seitlichen Gruben; Rüssel kurz, nicht stielrund, in der Ruhelage nicht untergebogen; Pygidium bedeckt; Schuppen des Untergrundes freiliegend, teilweise dachziegelartig angeordnet; die Arten besitzen häufig auf Stirn, Halsschild und Flügeldecken hoch aufgerichtete, ovale einzelne Schuppen bzw. Büschel oder Reihen davon.
→ 45-Halsschild ohne breite Längsfurche und Seitengruben und ohne hoch aufstehende Schuppenbüschel. Falls schmale (normale) Mittelfurche oder auch Seitengruben vorhanden, Rüssel stielrund glänzend oder Pygidium freiliegend oder Schuppen anliegend mit wasserabstoßender Schicht.
#45
Bagoinae3. Tarsenglied nicht oder nur oberseitig ausgerandet, nicht 2-lappig; Körper mit anliegenden Schuppen bedeckt, diese mit wasserabstoßender, lackartiger Schicht überzogen; Arten in Gewässern oder feuchten Biotopen lebend.
→ 46-3. Tarsenglied bis nahe zur Basis ausgeschnitten, 2-lappig.
#46
HylobiinaeRüsselunterseite im vorderen Drittel breiter als der Rüsselrücken, daher Fühlerfurchen vorne von oben sichtbar.
→ 47-Fühlerfurchen von oben nicht sichtbar, höchstens die Grube der Fühlereinlenkung
#47
→ 48Vorderrand des Halsschilds normal, ohne doppelte aufgebogene Kante, und Vorderschienen am inneren Spitzenwinkel mit kräftigem Enddorn, dieser nach innen und rückwärts gebogen und teilweise durch lange Haarborsten verdeckt.
→ 53-Vorderschienen am inneren Spitzenwinkel ohne oder nur mit sehr kleinem Enddorn, oder Enddorn groß, dann Vorderrand des Halsschilds mit doppelter aufgebogener Kante; Pygidium ganz oder teilweise unbedeckt.
#48
CurculioninaeKlauen an der Basis mit Zähnchen.
→ 49-Klauen an der Basis ohne Zähnchen.
#49
→ 50Pygidium durch die Flügeldecken ganz oder teilweise unbedeckt.
→ 51-Pygidium durch die Flügeldecken völlig bedeckt.
#50
Coryssomerus SchoenherrSchenkel gezähnt. (Zygopinae)
Barinae-Schenkel ungezähnt.
#51
Limnobaris BedelEpimeren der Mittelbrust von oben sichtbar [Abb. 6]. (Barinae)
limnobaris_dolorosa_hab.jpg
Abb. 6
→ 52-Epimeren der Mittelbrust von oben nicht sichtbar.
#52
NotarinaeAugenwölbung gleichmäßig.
Anthonomini-Augenwölbung deutlich ungleichmäßig; (Curculioninae) Tribus
#53
Acalyptus Schoenherr, 1833Epimeren der Mittelbrust von oben nicht sichtbar; Flügeldecken in der vorderen Hälfte nahezu parallelseitig, nicht hochgewölbt oder bauchig gerundet; Vorderrand des Halsschilds einfach; Schenkel ungezähnt. (Curculioninae)
→ 54-Epimeren der Mittelbrust hoch aufsteigend und in der Regel von oben sichtbar, seltener von oben kaum sichtbar, dann Flügeldecken seitlich gerundet oder hochgewölbt, oder Schenkel gezähnt, oder Halsschild mit aufgebogenem doppeltem Vorderrand.
#54
Orobitis Germar, 1817Der nach vorn stark abfallende Halsschild bildet zusammen mit den Flügeldecken in Seitenansicht eine gleichmäßig gerundete Kurve. Körper fast kugelförmig, Beine sehr lang. Rüsselbasis breiter als die Stirn, Rüssel von der Mitte zur Spitze verschmälert. Unterfamilie Ithyporinae. Glänzend blau oder schwarz, nur sehr fein behaart. Bei uns nur Gattung
Ceutorhynchinae-Halsschild und Flügeldecken bilden in Seitenansicht keine gleichmäßig gerundete Kurve. Rüsselbasis höchstens so breit wie die Stirn zwischen den Augen. Rüssel zur Spitze nicht merklich verschmälert.
Enthaltene TaxaAcalyptusAcicnemidinae Anoplinae AnthonominiApionidaeApoderinae ApsisAttelabinae BagoinaeBarinae Brachycerinae BrachyderesBrachyderinaeCeutorhynchinaeChlorophanusCleoninaeCoryssomerusCossoninaeCryptorhynchinaeCurculioninaeEchinomorphusHylobiinaeLimnobarisMagdalisMecininaeNanophyesNotarinaeOrobitisOtiorhynchinaePhyllobiusPissodesRaymondionyminae RhamphusRhinomacerinae RhynchaeninaeRhynchitinae RhynchophorinaeRhytirrhininaeSmicronyxStenopelmusStrophomorphusTanymecinaeTanysphyrinae TrachyphloeusTroglorhynchusTropiphorus Zygopinae
Erstellt am: 12.06.2013 · Letzte Aktualisierung: 11.08.2018 - 16:53:32
Creative Commons LizenzvertragKäfer Europas herausgegeben von Arved Lompe sind lizenziert unter den Bedingungen der Creative Commons International 4.0 Lizenz BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)