Gattung Euconnus - Untergattung Tetramelus Motsch.

ColeopteraPolyphagaTarsen-5-5-5ScydmaenidaeEuconnus
Von Arved Lompe (n. H. Franz)
Die Untergattung Tetramelus umfaßt Euconnus-Arten, deren Flügeldecken an der Basis nicht oder doch nur unwesentlich breiter sind als die Basis des Halsschildes und die keine Spur einer Schulterbeule oder vortretender Schulterecken aufweisen. Ein kurzes Humeralfältchen als äußere Begrenzung der beiden oft zu einer einzigen Grube verschmolzenen Basalgrübchen der Flügeldecken kann dagegen vorhanden sein. Würde man alle ein Humeralfältchen aufweisenden Arten, wie es ein Teil der älteren Autoren tat, in ein anderes Subgenus, etwa die Untergattung Euconophron, verweisen, so käme man zur Bildung unnatürlicher Artengruppen und könnte überhaupt keine scharfe Grenze ziehen, da die Humeralfalte bei den einzelnen Arten in sehr verschiedenem Maße entwickelt ist. Die Flügeldecken sind bei den Tetramelus-Arten oval, die Flügel vollkommen atrophiert.
Bei aller Verschiedenheit in der Form des Aedoeagus, besteht doch eine gewisse Einheitlichkeit im Bauplan. Der Aedoeagus ist lang oder aber sehr kurz, sein Apex 1- oder 2spitzig, bei vielen Formen mit nur einer Spitze ist die Tendenz der Zweiteilung durch das Vorhandensein einer ovalen, dünnhäutigen Stelle vor der Spitze angedeutet. Aus dem Ostium penis ragt eine zumeist dreieckige, horizontale Chitinplatte oder an ihrer Stelle ein sehr großer, ± gebogener Chitinzahn hervor. In den meisten Fällen sind die Parameren am Ende frei und mit je 3 Tastborsten versehen.
Der Untergattung Tetramelus gehört die Mehrzahl der europäischen Euconnus-Arten an, besonders im Mediterrangebiet ist sie artenreich und überwiegend durch an die terricole Lebensweise hoch angepaßte Formen vertreten. Von den mitteleuropäischen Arten sind nur Euconnus longulus Halbh. und die ihm nächstverwandten Arten derart hoch spezialisiert. Die übrigen Arten sind Waldstreubewohner, stark pigmentiert und mit großen Augen versehen.
#1
→ 2Größere Arten über 1,7 mm. Fühler mit undeutlich abgesetzter Keule oder allmählich zur Spitze verdickt.
→ 6-Kleinere Arten unter 1,4 mm. Fühler mit scharf abgesetzter 4-gliedriger Keule.
#2
bedeli Reitt.🗺ColeowebKopf auffällig klein, nicht oder nur sehr wenig breiter als lang, Körper hell rotbraun gefärbt, Körperlänge 2,2 mm. Aedoeagus sehr langgestreckt, 5x so lang wie breit [Abb. 1]. D: Westalpen.
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Abb. 1
→ 3-Kopf nicht so auffällig klein, wesentlich breiter als lang, Körper dunkelbraun, schwarzbraun oder pechschwarz, Aedoeagus höchstens 4x so lang wie breit.
#3
oblongus (Sturm, 1838)Fundmeldungen🗺ColeowebGrößer, 2-2,4 mm [Abb. 2]. Flügeldecken meist rotbraun, selten schwärzlichbraun, langoval, um 2/3 länger als zusammen breit. Aedoeagus [Abb. 3] [Abb. 4] fast 4x so lang wie breit, mehr als 1 mm lang (f. typ.) oder kürzer und weniger gestreckt (ssp. bosnicus Mach. und ssp. plitvicensis Mach.) D: Böhmerwald, Westkarpaten, Ostalpen, illyrische Gebirge.
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
→ 4-Meist kleiner, unter 2 mm, wenn größer, dann Körperfarbe schwarzbraun. Flügeldecken kürzer oval, kaum mehr als 1/3 länger als zusammen breit. Aedoeagus gedrungen gebaut, nur wenig mehr als 3x so lang wie breit, weniger als 1 mm lang.
#4
conciliator Apfelb.🗺ColeowebGrößer, 1,8-2 mm. Stirn mit deutlichen Supraantennalhöckern. Die ganze Oberseite dicht und ziemlich lang abstehend behaart. Aedoeagus gestreckter, sein Apex an der Basis nicht dorsalwärts geknickt [Abb. 5]. D: Dinarische Gebirge.
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Abb. 5
→ 5-Kleiner, 1,7-1,85 mm. Stirn nur mit undeutlichen Supraantennalhöckern oder ohne solche. Oberseite, namentlich Stirn, Scheitel und Halsschildscheibe weniger dicht behaart. Aedoeagus gedrungener gebaut, sein Apex an der Basis dorsalwärts geknickt.
#5
transsylvanicus Saulcy🗺ColeowebFlügeldecken immer rotbraun. Augen kleiner, ihr Durchmesser kaum größer als der des 1. Fühlerglied. Ostium penis bis weit über die Längsmitte des Penisrohres nach vorne reichend [Abb. 6]. D: Karpaten. (=transsilvanicus Reitt.)
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Abb. 6
pubicollis (Müll. et Kunze, 1822)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Flügeldecken pechschwarz [Abb. 7] [Abb. 8]. Augen größer, ihr Durchmesser deutlich größer als der des 1. Fühlerglied. Ostium penis nicht bis zur Längsmitte des Penisrohres nach vorne reichend [Abb. 9] [Abb. 10]. D: Mitteleuropa, Piemont, Toskana, Kroatien. Ostwärts bis Polen und Ukraine (Kiew).
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
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Abb. 10
#6
→ 7Schwarz oder braunschwarz, die Extremitäten rotbraun. Körper ziemlich plump. Augen wohl ausgebildet.
→ 8-Gelbrote, schlanke Arten mit sehr kleinen Augen.
#7
styriacus (Grimm.)Fundmeldungen🗺ColeowebKopf oval, fast so breit wie der Halsschild. Das 2. Fühlerglied reichlich doppelt so lang wie breit, länger als die beiden folgenden zusammengenommen. Halsschild vor der Basis mit einem Mittelkiel und beiderseits desselben mit einer großen, aus der Verschmelzung zweier Grübchen hervorgegangenen Grube. Aedoeagus [Abb. 11]. D: Ostalpen, Transsylvanische Alpen, Sibin-Gebirge.
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Abb. 11
eppelsheimi Croiss.🗺Coleoweb-Kopf im Niveau der weit nach vorne gerückten Augen am breitesten, schmäler als der Halsschild. 2. Fühlerglied nur 1 ½ x so lang wie breit. Halsschild vor der Basis mit einem Mittelkiel und beiderseits 2 Grübchen. Aedoeagus [Abb. 12] sehr gedrungen gebaut. D: Südschweiz.
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Abb. 12
#8
→ 9Ostium penis ventral von einer vom Peniskörper horizontal nach hinten ragenden Chitinplatte überdeckt.
→ 11-Von der Ventralwand des Penisrohres ragen an Stelle der Chitinplatte 2 Chitinstäbe horizontal über das Ostium penis nach hinten
#9
helenae Flach🗺ColeowebHalsschildbasis mit 4 gleich großen Grübchen. Die das Ostium penis ventral überdeckende Platte kurz, nur 2/4 der Länge des Peniskörpers erreichend, an der Spitze breit verrundet. D: In den Bergen um den Lago di Como (ex Schweiger, Franz unbekannt)
→ 10-Halsschildbasis mit einer von 2 deutlichen Fältchen begrenzten Furche, in dieser mit 4 Grübchen, davon die inneren kleiner als die äußeren. Die das Ostium penis ventral überdeckende Chitinplatte länger, fast so lang wie der Peniskörper.
#10
pseudolongulus Schweig.🗺ColeowebKopf beim ♂ kleiner und schmäler, 2. Fühlerglied kürzer als 3 und 4 zusammengenommen, 6 kürzer als 5. Die das Ostium penis ventral überdeckende Chitinplatte hinten tief ausgeschnitten. D: Mte. Cavallo, Bosco del Cansiglio.
longulus Halbh.🗺Coleoweb-Kopf beim ♂ größer und breiter, 2. Fühlerglied so lang wie 3 und 4 zusammengenommen, 4, 5 und 6 von gleicher Länge. Die das Ostium penis ventral überdeckende Chitinplatte am Ende abgestutzt, in der Mitte nur ganz flach ausgerandet. D: Sette Comuni, Lessinische Alpen, südliche Dolomiten.
#11
pavionis Schweig.🗺ColeowebHalsschild so lang wie breit. Die auf der Ventralseite des Penis über das Ostium vorragenden beiden Chitinstäbe am Ende zugespitzt. D: Mte. Pavione (ex Schweiger, Franz unbekannt)
hoelzeli Schweig.🗺Coleoweb-Halsschild etwas länger als breit. Die auf der Ventralseite des Penis über das Ostium vorragenden beiden Chitinstäbe am Ende abgestutzt [Abb. 13]. D: Gailtaler Alpen
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Abb. 13
Enthaltene Taxabedeli conciliator eppelsheimi helenae hoelzeli longulus oblongus pavionis pseudolongulus pubicollis styriacus transsylvanicus
Erstellt am: 11.04.2011 · Letzte Aktualisierung: 03.12.2024 - 13:54:04
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